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Alte Bernstrasse wird zu Tempo-30-Zone

SteffisburgDie gestrige GGR-Sitzung stand im Zeichen von Strassensanierungen: Das umfangreichste Projekt betraf die Alte Bernstrasse, für die der Rat einen Kredit in Höhe von 793000 Franken sprach. Auf der Strasse wird schon bald Tempo 30 eingeführt.

Es passiert etwas auf Steffisburgs Strassen: Gestern Abend hatte der Grosse Gemeinderat (GGR) gleich über drei Verpflichtungskredite zu befinden, die allesamt Strassensanierungen betrafen. Das kostspieligste Projekt drehte sich um die Alte Bernstrasse. Der Verkehrsrichtplan der Gemeinde sieht vor, auf dieser Strasse eine «Verkehrsberuhigung» zu erwirken. Deshalb wurde bereits – ab September 2005 versuchsweise und ein Jahr später definitiv – ein Einbahnregime zwischen Zelggässli und Buswendeplatz eingeführt (wir berichteten). Dabei sollte es indes nicht bleiben: Im März 2011 hatte die Sicherheitskommission beschlossen, auf der Strasse eine Tempo- 30-Zone einzurichten, was einem lange gehegten Wunsch eines Teils der Anwohner entsprach. Gestern nun hatte der GGR einen Kredit zu beurteilen, mit dem die nötigen baulichen Veränderungen von einer Durchgangs- hin zu einer Quartierstrasse umgesetzt werden können. Luxuslösung der Gemeinde? Seit Oktober 2010 ist die Alte Bernstrasse nicht mehr im Besitz des Kantons, sondern der Gemeinde. Der Kanton steuert aber noch 246500 Franken an die Sanierung des Strassendeckbelags bei. Der Betrag war im Gesamtkredit von 793000 Franken, den der GGR zu beurteilen hatte, integriert. Dieser Umstand passte für Christian Gerber (EDU) nicht ganz zusammen: «Es kann doch nicht sein, dass das Anbringen von Markierungen und Verengungen in einer solchen Zone doppelt so viel Geld verschlingt wie die Sanierung des Belags.» Lukas Gyger (EVP) stellte daher die provokative Frage: «Gönnt sich hier die Gemeinde eine Luxuslösung?» Auch Hans Berger (GLP) stellte gewisse Fragezeichen hinter die Höhe des Betrags. Thomas Schweizer (EVP) wiederum kritisierte, dass die Fahrbahnverengungen an gewissen Stellen der Tempo-30-Zone nicht unbedingt nötig seien. Es gab jedoch auch Lob für die Bestrebungen des Gemeinderats. Ulrich Berger (SVP) meinte etwa: «Die vorgeschlagenen Massnahmen sind insgesamt sinnvoll. Es ist Zeit, dass wir jetzt handeln.» Peter Maurer (SP) erinnerte daran, dass es bei diesem Projekt nicht nur um das Wohl der Autofahrer, sondern auch um dasjenige der anderen Verkehrsteilnehmer und der Anwohner gehe. «Es wurden die richtigen Überlegungen gemacht. Der Kredit macht auch in dieser Höhe Sinn», resümierte Maurer. Pierre Walti von den Grünen wies daraufhin, dass die Lebensqualität an der Alten Bernstrasse steigen werde, ebenso am Hardegg- und Ortbühlweg, denn die Tempo-30-Zone wird auch dort hindurchführen. «Die tiefere Höchstgeschwindigkeit kann dafür sorgen, dass der Hard-eggweg für Autofahrer unattraktiver und daher nicht mehr als Schleichweg ins Flühli benützt wird», sagte Walti. Baubeginn noch im Herbst Der zuständige Departementsvorsteher Tiefbau/Umwelt, Marcel Schenk (SP), wehrte sich gegen den Begriff «Luxuslösung» und unterstrich, dass das Geschäft seriös aufgegleist wurde. «Es geht nicht darum, goldene Strassen zu bauen. Die Sicherheitsmassnahmen in einer Tempo-30-Zone sind komplex und haben ihren Preis; das Ingenieurbüro hat gute Arbeit geleistet.» Lukas Gyger blieb bei seiner Kritik und stellte den Antrag, die Tiefbauarbeiten um 100000 auf 426000 Franken zu senken. Der Antrag wurde mit 22 zu 7 Stimmen abgelehnt, der Verpflichtungskredit dagegen wurde anschliessend mit 22 Ja- zu 5 Nein-Stimmen gutgeheissen. Die Realisierung der Zone soll laut Schenk noch diesen Herbst in Angriff genommen werden; die Bauzeit beträgt rund zwei Monate. Auf der Seite Heimberg wird auf Höhe der Coop-Tankstelle der Eingang zur Tempo-30-Zone mit beidseitigen Verengungen signalisiert und entsprechend angeschrieben. Total werden an fünf weiteren Stellen Verengungen angebracht. Bei der Einfahrt von der Zulgstrasse her gibt es neu eine Trenninsel in der Mitte der Fahrbahn; die Bushaltestelle Zulgbrücke wird in Richtung Alte Bernstrasse verschoben. Ja zu zwei weiteren Krediten Nicht bestritten waren zwei weitere Verpflichtungskredite für Strassensanierungen, zum einen jener von 370000 Franken für den Pfrundmattweg, zum anderen jener von 239000 Franken für die Weinbergstrasse. Beim Pfrundmattweg werden unter anderem die Fundation und der Belag ersetzt sowie die Wasserversorgung, die Elektroleitungen und die Strassenbeleuchtung erneuert. Die vier bestehenden Kandelaber werden durch fünf neue ausgetauscht und kommen teilweise an anderen Standorten zu stehen. An der Weinbergstrasse wiederum planen die Energie Thun AG und die Net Zulg AG den Ersatz der alten Gas- und Wasserleitungen. Zudem erfahren auch hier die Strassenbeleuchtung, die Elektro- sowie die Kanalisationsleitungen eine Anpassung. «Der Sanierungsbedarf ist an beiden Orten hoch», führte Gemeinderat Marcel Schenk aus. Der Grosse Gemeinderat genehmigte die zwei Kredite schliesslich einstimmig. Gabriel Berger>

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