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«Als hätte eine Bombe eingeschlagen»

ThunAuch am zweiten Tag nach dem Brand an der Hohmadstrasse bleiben viele Fragen offen. Die Einstellhalle ist wieder begehbar, die Schäden aber noch nicht bezifferbar. Die Besitzer des zerstörten Autos schliessen Brandstiftung nicht aus.

Eine Frau liegt weinend in den Armen ihres Partners. Soeben ist ihr Fiat, bei dem grosse Teile der linken Hälfte geschmolzen beziehungsweise verkohlt sind, abgeschleppt worden. Der Mann vom Abschleppdienst hatte zuvor gesagt, dass der Schaden am Auto wohl zu gross sei, als dass sich eine Reparatur noch lohnen würde. Diese Szene spielte sich gestern früh vor der Einstellhalle an der Hohmadstrasse 36 in Thun ab. In der Nacht auf Sonntag war in der Halle bei einem parkierten Auto ein Brand ausgebrochen. Die Feuerwehr Thun stand ab 1.45 Uhr im Einsatz und brachte das Feuer gegen 3 Uhr unter Kontrolle. Beim Unglück wurde niemand verletzt (vgl. Ausgabe von gestern). Der Fiat stand in der Nacht auf Sonntag unmittelbar neben dem Brandherd. Gar nicht mehr zu retten war das Fahrzeug, bei dem das Feuer ausgebrochen war. «Unser Auto brannte total aus, es blieb sozusagen nur noch das ‹Skelett› übrig», erzählte der Besitzer des Fahrzeugs, der nicht namentlich genannt werden will, gestern. «Es sah aus, als hätte eine Bombe in das Auto eingeschlagen», fügte die Frau des Besitzers hinzu. Mehrmals seien aus der Garage laute Knalle zu hören gewesen – vermutlich dann, als die Pneus und der Airbag explodiert seien. Das Fahrzeugwrack befindet sich mittlerweile für die Spurensicherung bei der Kantonspolizei Bern. Er habe mit dem 5-jährigen Van nie Probleme gehabt, sagte der Besitzer weiter, daher zweifle er an einen technischem Defekt. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, dass jemand das Feuer mutwillig gelegt habe, meinte der Fahrzeugbesitzer lediglich: «Natürlich ist auch diese Theorie möglich. Ich warte nun auf die Resultate der Ermittlungen und möchte dies vorher nicht weiter kommentieren.» Einstellhalle wieder offen Die Brandursache und die Schadenssumme sind nach wie vor unbekannt, wie Heinz Pfeuti, Mediensprecher der Kantonspolizei Bern, gestern erklärte. Die Einstellhalle, die zunächst gesperrt wurde, ist dagegen seit Sonntagabend wieder begehbar. Die Feuerwehr hatte bis 18 Uhr eine Brandwache aufrechterhalten und die Halle danach wieder freigegeben. Die Gas- und Ölleitungen in der Halle waren gemäss Hauswart Ulrich Schwendimann nie in Gefahr. Am 25.April kam es in derselben Überbauung an der Hohmadstrasse in einem Luftschutzkeller zu einem Brand. Ob ein Zusammenhang zwischen dem damaligen und dem jetzigen Ereignis besteht, wollte weder Polizei noch Feuerwehr kommentieren. Ein Augenschein vor Ort gab gestern einen Eindruck über die Art der Schäden: verkohlte Wände, Russspuren auf vielen parkierten Autos und Mofas und eingestürzte Deckenteile am Ort, wo das Feuer ausbrach. Paul Stutz von der Feuerwehr Thun war in der Brandnacht Einsatzleiter. «Als wir anrückten, stieg aus den vier Ausseneingängen der Garage bereits dichter Rauch auf», erzählte er gestern. Das Haupteingangstor der Einstellhalle habe sich nicht mehr öffnen lassen, da es elektrisch betrieben ist und die Steuerung bereits ausgestiegen war. «Die Einsatzkräfte mussten sich in grosser Hitze via Ausseneingänge zum Haupttor durchkämpfen. Dies dauerte fast 20 Minuten», so Stutz. «Erst danach konnten wir zum Brandherd vordringen und mit den Löscharbeiten beginnen.» Laut Stutz sind Brände in Tiefgaragen deshalb so verheerend, weil die Hitze nirgends entweichen kann. Die Temperaturen würden sich bei Werten zwischen 500 und 700° C bewegen; sogar Metall könne schmelzen. «Eine Stunde nach Ende der Löscharbeiten ergab unsere Messung in der Garage immer noch 120° C», sagte Stutz.Gabriel Berger>

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