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Akte Unwetter ist geschlossen

Nach fünf Jahren schliessen die Diemtiger mit dem Unwetter 2005 ab. Zur Behebung der Schäden wurden 90 Millionen investiert – das Resultat lässt sich

Rund vierhundert Leute folgten am Wochenende der Einladung der Gemeinde zum «Wassertag» im Diemtigtal. Den geladenen Gästen und der Bevölkerung wurde mittels Film und Bildern noch einmal die Zerstörung vor Augen geführt, welche das Unwetter im August vor fünf Jahren angerichtet hatte. Für die Behebung der Schäden und für Schutzmassnahmen sind seither über 90 Millionen Franken investiert worden. Mit dem Anlass wurde ein Schlussstrich unter die Akte «Unwetter 2005» gezogen. «Wir wollen damit aber auch allen Beteiligten, Spendern, Helfern und der Talbevölkerung unseren Dank ausdrücken. Sie haben zur Bewältigung des Jahrhundertereignisses Grossartiges geleistet», hielt Gemeindepräsident Peter Knutti fest. Nach der Besichtigung und dem Mittagessen in der Mehrzweckhalle führte er durch das von der Jodlergruppe Schwenden gesanglich umrahmte Programm. Erlebtes bleibt präsent Regierungsrat Hans-Jürg Käser (FDP) überbrachte die Grüsse der Berner Regierung und meinte: «Die äusserlichen Spuren des Hochwassers sind mittlerweile verschwunden, das Erlebte wird aber der Bevölkerung vor dem inneren Auge weiter präsent bleiben.» Infolge der Klimaerwärmung sei zunehmend mit aussergewöhnlichen Ereignissen zu rechnen. Deshalb müssten Vorsorgemassnahmen getroffen werden. Nebst den bewährten Einsatzmitteln seien das auch Spezialisten wie Naturgefahrenberater. Die Einheimischen lobte Käser mit den Worten: «Für öich Bärgler isch es normal, mit dr Natur z’läbe – i gratuliere öich zu däm a Tag gleite Mut u dere Entschlosseheit.» Jakob Mani, Präsident der Schwellenkorporation Diemtigen, nutzte Käser als Kurier: «Bitte überbringen sie Regierungsrätin Barbara Egger unseren Dank und dieses Diemtigtaler Buch – sie hat uns nach dem Unwetter unwahrscheinlich stark unterstützt.» Er habe bei all den Verhandlungen gelernt, dass «mit Zuelose, statt sofort dryzschnure», mehr zu erreichen sei. Als «Schwellipräsidentli» habe er aber auch zur Kenntnis nehmen dürfen, dass ein einfacher Bürger mit gesundem Menschenverstand und handwerklichem Geschick selbst in höheren Gremien gewürdigt werde: «Bis hinauf zum gesamten Bundesrat, der sich vor Ort über die Situation ins Bild setzen liess.» Mani lobte zudem die speditive Subventionspolitik und würdigte die zum Teil gefährlichen Einsätze all der Arbeiter. Manis Fazit: «Es isch guet usecho.» Roland Jeanneret von der Glückskette berichtete, dass für das Unwetter in der Schweiz 2005 über 49 Millionen Franken gesammelt worden seien. «Am Fernsehen sahen wir Bilder der Zerstörung, wie man sie sonst nur aus dem Ausland kennt.» Über der Schweiz seien damals die schwersten Regenfälle seit 150 Jahren (dem Beginn der Messungen) niedergegangen. Spenden gerecht verteilen Josef Reinhard vom Schweizerischen Roten Kreuz informierte, dass im Kanton Bern sechshundert Hilfsgesuche eingegangen seien. Zur gerechten Verteilung der Gelder seien Spendenkommissionen in den geschädigten Gemeinden gegründet worden. «Die Spendengelder wurden dann an Private und an Gemeinden breit verteilt.» In der für die Bevölkerung schwierigsten Zeit seien nicht alle Projekte unbestritten gewesen, hielt Beat Klossner als damaliger Gemeinderatspräsident fest. «Aber mit einem gesunden Optimismus haben wir Lösungen gefunden.» Auch für den 2005 zuständigen Regierungsstatthalter Klaus Baur war es ein prägendes Erlebnis: «Nach den Rettungsmassnahmen standen die Eingangskontrolle, die Verteilung von Medikamenten, Wasser, Lebensmitteln und Post sowie die Organisation der Helfereinsätze im Vordergrund.» Zum Glück seien gute, willige Leute mit den nötigen Kenntnissen zur Verfügung gestanden. An vorderster Front stand damals Kurt Luginbühl als Chef des Gemeindeführungsstabes: «Mir bleiben heute drei Bilder präsent», erklärte er. «Die Steigerung der Überschwemmung bis zur Katastrophe. Dann die Rückkehr der Leute in ihre Häuser mit der parallel verlaufenden Materialschlacht zur Bewältigung der Aufräumarbeiten. Und schliesslich die instand gestellte Infrastruktur mit dem heutigen Erscheinungsbild der Gemeinde.» Daniel Wyder, Leiter Infrastruktur BLS, erklärte in Oey, dass 2005 die Krise auch eine Chance bedeutet habe. «Station, Gleise, Fahrleitung und Stellwerk waren zerstört. Ohne langwierige Bewilligungsverfahren konnten wir – auch dank dem heute anwesenden Mathias Tromp – für rund 9 Millionen Franken alles neu bauen und auf den modernsten Stand bringen.» Peter Rothacher >

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