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Ärzte folgen der Front

LibyenDas Heulen der Sirene kommt näher, das medizinische Personal macht sich bereit. Ein Rettungswagen hält vor der kleinen Klinik in Ras Lanuf. Die Sanitäter bringen einen weiteren verletzten Kämpfer der Aufständischen – diesmal ist es eine gefährliche Verletzung am Kopf.

In Libyen sind die Gefechte gegen die Truppen von Staatschef Muammar al-Ghadhafi in vollem Gange – Die Ölanlagen in der ostlibyschen Stadt Ras Lanuf sind von strategischer Bedeutung. Die kleine Krankenstation der Hafenstadt wurde eigentlich vor allem für Arbeiter aus dem Ausland gebaut, doch die haben das Land längst verlassen. Angesichts der Umstände wird das Gebäude nun als Feldlazarett genutzt. Ärzte aus dem gesamten libyschen Osten haben sich als Freiwillige gemeldet. Unter schwierigsten Bedingungen tun sie, was sie können, um den von Ghadhafis Bomben und Granaten Verletzten zu helfen. «Wir folgen der Revolution», sagt der Medizinstudent Ahmed Abdel Dshalil in einer kurzen Ruhepause. Er und seine Kollegen waren zunächst in Benghazi im Einsatz. Doch als sich die Kämpfe in Richtung Westen verlagerten, zogen die Mediziner mit. An wechselnden Standorten kümmern sie sich seitdem um Schusswunden und Verletzungen durch Granatsplitter – Fälle, mit denen viele bisher kaum zu tun gehabt hatten. Die Aufgabe der improvisierten Krankenstation ist vor allem die Notversorgung – die Blutungen zu stoppen und die Patienten so weit zu stabilisieren, dass sie in grössere Spitäler transportiert werden können. Die Ärzte und Pfleger arbeiten unter chaotischen Verhältnissen. Eine stämmige Krankenschwester bewacht den Eingang und schreit einen bärtigen Kämpfer an, dass er seine Waffen draussen lassen müsse. Während drinnen die Ärzte noch operieren, wird bereits der nächste Eingriff vorbereitet. Paul Schemm, AP >

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