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Ärger trübt die Vorfreude auf das Spiel in Basel

FC ThunVor dem Spiel heute in Basel (17.45 Uhr) ärgern sich die Thuner noch immer über die Sperre gegen Mittelfeldspieler Stephan Andrist.

Beim Training unter der Woche blickte Murat Yakin fast ein wenig entschuldigend in die Runde. «Nein, ich habe keine Spieler versteckt hier», sagte er zu den paar wenigen Zuschauern. Yakin schmunzelte, doch es war eher ein gequältes Lächeln, denn langsam, aber sicher gehen ihm tatsächlich die Spieler aus. Milaim Rama und Marc Schneider sind seit geraumer Zeit verletzt. Nicolas Schindelholz trainiert zwar wieder mit der Mannschaft, ein Einsatz heute in Basel käme für den Verteidiger aber wohl zu früh. Thomas Reinmann wurde am Dienstag wegen seiner chronischen Fussprobleme operiert. Er wird bis im Januar ausfallen. Muhamed Demiri muss nach vier Gelben Karten aussetzen. Zu allem Übel darf Thun den Mittelfeldspieler Stephan Andrist während zweier Partien nicht einsetzen. Der Disziplinarrichter der Swiss Football League, Urs Studer, sieht in der Aktion Andrists, die vor einer Woche gegen Sion zu einem Penalty und damit zum 1:0-Sieg der Thuner führte, eine Schwalbe und sperrte ihn wegen «grober Unsportlichkeit». Der Unmut über den Entscheid ist gross bei den Thuner Verantwortlichen. Sie fragen sich, weshalb Studer überhaupt auf den Plan getreten ist, schliesslich habe der Unparteiische die Szene gesehen und nach seinem Ermessen beurteilt. «Es ist richtig, wenn sich der Einzelrichter mit Tätlichkeiten befasst, die im Rücken des Schiedsrichters begangen wurden. Aber das war bei Andrist ja überhaupt nicht der Fall», sagt Präsident Markus Stähli. Grosses Spiel für die Thuner Im «Fall Andrist» hat Stähli, Anwalt von Beruf, noch am Donnerstagabend Rekurs eingelegt, um wenigstens eine Reduktion der Sperre auf nur ein Spiel zu erreichen. Das Urteil dürfte nächste Woche fallen. Bei all den Schlagzeilen neben dem Platz geht fast unter, welches Ereignis den Thunern heute Abend bevorsteht. Im Basler St.-Jakob-Park dürften sie beim Leader vor rund 30000 Zuschauern antreten. Ein Gefühl, das die wenigsten Thun-Spieler kennen. Kein Wunder, denn bis vor ein paar Monaten kamen sie alle noch in der Challenge League und damit meistens in den Schweizer Kleinstadien zum Einsatz. «Um Partien wie jenes in Basel zu erleben, habe ich im Sommer nach Thun gewechselt», sagt Mittelfeldspieler Dennis Hediger, der zuvor für den FC Biel spielte. Interessante Erfahrungen haben er und seine Teamkollegen in dieser Saison bereits gemacht. Im Stade de Suisse verfolgten 23600 Zuschauer das Gastspiel der Thuner bei den Young Boys. «Und in Sion haben wir im August bemerkt, wie die Stimmung im Tourbillon während des Spiels kippte. Nachdem wir beim Stand von 1:0 den Penalty verschossen hatten, glaubten die Sion-Fans wieder an ihre Mannschaft und feuerten sie an.» 1:1 endete die Begegnung schliesslich. «Für die Mannschaft ist es noch immer ungewohnt, vor einer solchen Kulisse anzutreten», sagt Trainer Yakin. Im Training spricht er die Spieler deshalb von Zeit zu Zeit darauf an, was sie in einem Stadion wie dem St.-Jakob-Park erwartet. Hedigers Tor in Basel Yakin selber hat in vielen grossen Arenen gespielt, und wer sehen will, wie man in einem Hexenkessel wie jenem in Basel die Emotionen zum Kochen bringt, kann sich auf Yakins Homepage das Kopfballtor ansehen, das er 2002 in der Champions-League-Qualifikation für den FCB gegen Celtic Glasgow erzielte. Auch Dennis Hediger hat schon in Basel getroffen. Beim 1:3 des FC Biel im Cupviertelfinal gelang ihm letzten Dezember der Ehrentreffer. Vor dem Spiel heute sagt der 24-Jährige: «Wir haben keinen Druck, aber hohe Ziele. Wenn wir uns nicht einschüchtern lassen, werden wir eine gute Leistung zeigen.» Alexander Wäfler>

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