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Ängste führten zu Anpassungen

Der Grönbach produziert bald Strom: 2014 will die sol-E Suisse AG in Merligen ein Wasserkraftwerk in

Im Oktober 2009 wurde die Bevölkerung erstmals informiert: Die sol-E Suisse AG, eine Tochtergesellschaft der BKW FMB Energie AG, will in Merligen ein Kleinwasserkraftwerk bauen. 1500 Haushalte sollten ab 2012 mit Strom aus der Kraft des Grönbachs versorgt werden (wir berichteten). Zehn Monate sind seither vergangen. Der Bau des Wasserkraftwerks ist aufgeschoben, aber nicht aufgehoben. In der Bevölkerung regte sich Widerstand, weswegen die sol-E Suisse über die Bücher musste. Die Projektleiter sahen sich zudem mit einigen bautechnischen Problemen konfrontiert. 2000-Meter-Leitung Der Plan von 2009 lautete wie folgt: Das Wasser des Grönbachs sollte bei der Pfandersmatte unterhalb der Grönhütte gefasst und dann in einer 2000 Meter langen, unterirdischen Druckleitung Richtung Merligen befördert werden. Dies bleibt in der neuen Projektfassung gleich. Die Leitung hätte aber neben der Panzersperre vorbei in eine Zentrale mit Standort auf einer Wiese nahe der Kantonsstrasse führen sollen. Unter ihr hindurch wäre danach das Wasser in den Thunersee geleitet worden. Dies hat sich jetzt geändert. Ängste in der Bevölkerung «Viele Bürger befürchteten grosse Schäden bei einem eventuellen Rohrleitungsbruch», sagt Urs Marty, Projektleiter bei sol-E Suisse. In der Tat hätte der vorgesehene Standort der Zentrale Gefahrenpotenzial geborgen. Etliche Wohnhäuser befinden sich in unmittelbarer Nähe. Die Bürger hätten ausserdem befürchtet, dass das Badewasser durch den Wassereinlass beim Restaurant Kreuz beeinträchtigt wird. Auch hatte man Angst vor eventuellen Vibrationen, die der der Kraftwerksbetrieb hätte auslösen können. Linienführung geändert Die Linienführung der Druckleitung und der Standort der Zentrale wurden deshalb geändert. Statt die Zentrale beim Restaurant Kreuz zu erstellen, wird sie bei der geplanten Murgangsperre eingangs Dorf gebaut. Mit dieser Änderung würden nicht nur die Auswirkungen eines Rohrleitungsbruchs reduziert, sondern die Zentrale käme auch in einem weniger dicht besiedelten Gebiet zu stehen, begründet Marty. Bautechnische Probleme Doch nicht nur die Bevölkerung, sondern auch bautechnische Schwierigkeiten machte den Planern einen Strich durch die Rechnung. Dort, wo die Zentrale des Kraftwerks geplant wurde, liegt ein unterirdischer Fels. «Diesen abzubauen, wäre teuer gekommen», sagt Marty. Auch die Leitung unter der Hauptstrasse hindurch hätte einiges gekostet. Dies fällt beim nun geplanten Standort weg. Strom für 1300 Haushalte In der neuen Variante des geplanten Kraftwerks beträgt die Fallhöhe des Wassers nur noch 413 Meter – 50 weniger als zunächst vorgesehen. Deshalb steht auch weniger Leistung zur Verfügung. Statt 1500 können voraussichtlich nur noch 1300 Haushalte mit Grönbach-Strom versorgt werden. Kosten wird das Vorhaben rund 8,3 Millionen Franken. Das Konzessions- und Baugesuch will die Sol-E Suisse AG im Winter 2010/2011 einreichen. Wenn das Bewilligungverfahren wie erhofft läuft, fahren im Frühling 2013 die Bagger auf. Das Wasserkraftwerk soll im Frühjahr 2014 in Betrieb genommen werden.Dino Dal Farra>

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