Tigers: Erfolg und Misserfolg ist Kopfsache

LANGNAUWie bewältigt eine Mannschaft nach Erfolgen eine Krise? Diese Frage diskutierten Trainer, Geschäftsführer, Psychologin und Spieler in einem vom Fanklub der SCL Tigers lancierten Podium. Fazit: Es läuft vieles im Kopf ab.

«Wir wollten an die vergangene, erfolgreiche Saison anschliessen, deshalb habe ich meine Spielvorbereitung beibehalten», sagte Jörg Reber, Verteidiger der SCL Tigers. Wie schwierig es ist, als Mannschaft an Erfolge anzuknüpfen, zeigte am Freitagabend eine Podiumsdiskussion in Langnau. Dazu eingeladen hatte der SCL-Tigers-Fanklub. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Eishockeyaner der SCL Tigers, nach der überraschenden Playoff-Teilnahme in der vergangenen Saison, im Dezember mit zehn verlorenen Spielen in Serie in eine Krise gerieten und damit schon frühzeitig aus dem aktuellen Rennen um eine erneute Playoff-Qualifikation schieden. «Warum eine solche Serie zustande kommt, ist schwierig zu erklären», so Jörg Reber weiter. Er machte auch gleich einen sehr offenen Vergleich. In der vergangenen Saison habe niemand mit einer Playoff-Qualifikation gerechnet. «Wir spielten ganz einfach locker.» Mit dem damaligen Erfolg seien automatisch Gedanken aufgekommen, diesen Erfolg zu wiederholen. «Nach ein, zwei Niederlagen beginnst du dann sofort zu grübeln.» Eine Erscheinung, die Sportpsychologin Cristina Baldasarre oft feststellt. «Es läuft eben vieles im Kopf ab», hielt sie fest. Und sie hatte auch gleich einen Schlüssel bereit. «Ziele sollten in kleinen Schritten gesetzt werden», sagte Baldasarre. Also beispielsweise einfach, das nächste Spiel zu gewinnen. Wer die Ziele in der Ferne sehe, verliere den Weg und denke nicht an das, was eigentlich zu tun sei. Was in einem Geschäftsführer vorgehe, wenn es der Mannschaft nicht laufe?, wollte Moderator Reto Wiedmer, Sportchef Radio Neo 1, schliesslich wissen. «Ich hatte nicht das Gefühl von einer Krise», antwortete Ruedi Zesiger, SCL-Tigers-Geschäftsführer. Für die Niederlagenserie seien verschiedene Ursachen verantwortlich, wie zum Beispiel verletzte Leistungsträger und eine gewisse Verkrampfung der Mannschaft aufgrund der erfolgreichen Playoff-Saison im vergangenen Jahr. Entscheidend sei in solchen Situationen, dass die Mannschaft nicht alleine gelassen werde. Wichtig seien Kommunikation und gemeinsame Analysen. John Fust, Headcoach der SCL Tigers, ortete in schwierigen Situationen auch Chancen. «Wer schwierige Zeiten meistert, geht gestärkt in die Zukunft», betonte er. Und weiter: «Sportler müssen fähig sein, auch nach Niederlagen positiv zu denken.» Stefan Kammermann >

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