Sittirak allein kann es nicht richten

So hat sich der Könizer Teamchef Dirk Gross den Auftakt zur Playoff-Finalserie gegen Voléro Zürich nicht vorgestellt: Die Bernerinnen waren beim 0:3 mental nicht bereit. Nur Onuma Sittirak erreichte im nervösen Ensemble Normalform.

«Schämt Euch!», warf Teamchef Dirk Gross seinen Volleyballerinnen nach der enttäuschenden Vorstellung gegen Voléro Zürich an den Kopf. 0:3 (20:25, 22:25, 22:25) verlor der Titelverteidiger zum Auftakt der Playoff-Finalserie (best of 7) gegen den Qualifikationssieger. Was Gross im Showdown der besten Schweizer Frauen-Ensembles vor 380 Zuschauern verärgerte: «Wir haben uns selber besiegt und genau das nicht gemacht, was wir im Training drei Wochen lang geübt hatten. Statt konzentriert und mit der nötigen Aggressivität aufzutreten, mit Spannung zu blocken und mit dem Aufschlag Druck zu machen, bekamen wir den Kopf nicht frei.» 17 Servicefehler Wie schwach die nervliche Ausstattung der verunsicherten Bernerinnen in der Sporthalle Im Birch war, zeigt der Blick auf die Statistik: 17 (!) Servicefehler stechen wie ein Fanal heraus. Ebenfalls ungenügend waren die Leistung im Angriff (nur 44 Prozent erfolgreich abgeschlossene Spielzüge; Voléro Zürich = 53 Prozent) und die Blockquote: Gerade mal drei Bälle konnte Volley Köniz am Netz erfolgreich abfangen; der Zürcher Branchenprimus war mit 12 Blocks viermal effizienter. Muñoz und Ostrowska blass «Mit 17 Servicefehlern kann man ein Spiel nicht gewinnen», sagte Anika Schulz. Die deutsche Führungsspielerin fordert ihre Teamkolleginnen im Hinblick auf die zweite Runde am Ostermontag, 5.April (16 Uhr, OZK) auf, mehr Initiative zu ergreifen und wieder die gewohnte Leistung abzurufen. Das gelte auch für sie, meinte Schulz selbstkritisch: «Ich ärgere mich über meine drei Anspielfehler.» Bei Volley Köniz erreichte nur Aussenangreiferin Onuma Sittirak Normalform. Die thailändische Nationalspielerin steuerte 15 Gewinnpunkte bei, zwei Zähler mehr als Schulz, die vor allem in den ersten zwei Sätzen (nur drei Punkte) ungewöhnlich blass blieb. Weit unter den Erwartungen spielten die viel gelobte Kubanerin Aniara Muñoz und Zuspielerin Marta Ostrowska. Die 24-jährige Polin erhielt von Dirk Gross aus taktischen Gründen den Vorzug gegenüber Stammpasseuse Kristel Marbach. Wer eine Ansammlung von internationalen Spitzenfachkräften in Verlegenheit bringen will, muss im Kollektiv über sich hinauswachsen. Es wäre interessant gewesen, wie Voléro Zürich unter der Regie von Brankica Mihajlovic (16 Gewinnpunkte) reagiert hätte, wenn die Könizerinnen im dritten Satz, nach einer Aufholjagd vom 13:18 zum 19:19, erstmals in dieser Begegnung in Führung gegangen wären. Boketsu zu Neuenburg Cupfinalist Neuenburg, der als Aufsteiger seine erste Saison in der NLA als Dritter abschloss, rüstet für die Meisterschaft 2010/2011 auf. Von Volley Köniz holt die Equipe von Trainer Philipp Schütz die Schweizer Nationalspielerin Diva Boketsu, 22. Von Biel an den Neuenburgersee wechseln werden die Aussenangreiferin Barbara Ryf, 23, und Mittelblockerin Charlotte Bättig, 21. Ihren zweiten Rücktritt vom Spitzensport erklärte Neuenburgs Aussenangreiferin Sarah Rohrer, 28. Die langjährige Köniz-Spielerin (mit Zeiler Doublegewinnerin 2004) hatte bereits 2007 ihren Abschied vom Leistungsvolleyball gegeben.Thomas Wälti>

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt