Preisgekrönte Projekte von morgen

LangenthalSlam-Poet

Valerio Moser und das Team des Theaters Überland durften gestern die Kulturpreise 2011 der Stadt in Empfang nehmen.

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Mit einer Hommage an seine Lieblings-Cornflakes gab Valerio Moser im Stadttheater eine Kostprobe seines Könnens. Mal lautstark, mal sanft trug er seine Liebeserklärung vor und kostete dabei die gesamte Bandbreite des Slams vom gesprochenen Wort bis hin zur Beatbox-Einlage aus. Seine Fähigkeiten und die Originalität, mit der er diese präsentiert, sind es denn auch, für die der 22-Jährige gestern den mit 5000 Franken dotierten Kulturpreis der Stadt Langenthal in Empfang nehmen durfte.

Der Slam geht auf die Strasse

Der Preis war heuer zum dritten Mal öffentlich ausgeschrieben worden. Kulturschaffende aus den Sparten Theater, Fotografie und Literatur waren eingeladen, Projekte zum Thema des Stadtjubiläums «heute ist gestern und morgen» einzureichen. Moser überzeugte mit seinem Slam-Mobil, einem Anhänger in Anlehnung an die altrömischen Streitwagen, mit einem Velo als Zugfahrzeug und einer Verstärkeranlage fürs gesprochene Wort. Mit dem Gefährt will Moser den Poetry Slam auf Langenthals Strassen bringen. Nathalie Scheibli dankte ihm in ihrer Laudatio namens der Kulturkommission für seine «wortakrobatische Bereicherung der Sprachkultur».

Moser, der seit vier Jahren als Slam-Poet in der Schweiz und in Deutschland auf der Bühne steht und als Slam-Master auch für den Chrämerslam in Langenthal und das Wort zum Sonntag in der Berner Cappella verantwortlich zeichnet, will sein Projekt im Frühling der Öffentlichkeit vorstellen. In welcher Form, liess er gestern offen. Denkbar seien etwa Slams an historischen Stätten.

Erstmals ein Theater

Bis im Frühling gedulden müssen sich die Langenthalerinnen und Langenthaler auch beim zweiten Projekt, das gestern ausgezeichnet wurde: Den Kulturpreis in Höhe von 15000 Franken erhielt das Team des Theaters Überland um Theaterleiter Reto Lang für sein Projekt Autorenwettbewerb. Bis Ende November können sich Schweizer Autoren noch im anonymen Verfahren anmelden und bis am 12.Februar einen Einakter mit dem Titel «heute ist gestern und morgen» einreichen. Die drei besten Eingaben werden vom Theater Überland inszeniert und im Mai im Stadttheater, dem Heimathafen des Autorentheaters, aufgeführt.

Zum 20.Mal wurden die Kulturpreise gestern verliehen, erstmals überhaupt an einen Preisträger aus der Sparte Theater. «Vielleicht hätte den Preis auch schon ‹Das Glöcklein des Eremiten› verdient», erinnerte Andrea Pini von der Kulturkommission an die erste Inszenierung überhaupt im 1916 eröffneten Stadttheater, eine Eigenproduktion. Umso mehr freue sie sich, nun das Theater Überland ehren zu dürfen, das mit seinen Eigenproduktionen seit 2008 eine alte Tradition habe wiederaufleben lassen.

Stadtpräsident Thomas Rufener, noch ganz angetan vom Harfenspiel des 20-jährigen Roberto Barbotti, verzichtete wohlweislich auf einen Versuch, die Grussbotschaft des Gemeinderats ähnlich virtuos oder gar in Form eines Slams zu überbringen. Er dankte den Preisträgern indes für deren kulturelle Arbeit, die er als eine Bereicherung betrachte. Kathrin Holzer>

Erstellt: 17.11.2011, 00:33 Uhr

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