Mehr Verantwortung für Pflege

Gesundheitswesen

Pflegefachleute sollen mehr

Verantwortung erhalten.

Dies fordert der Berner SVP-Nationalrat Rudolf Joder.

Viele pflegerische Handlungen dürfen Pflegefachfrauen nur unter ärztlicher Anordnung machen. Das will SVP-Nationalrat Rudolf Joder (BE) ändern und der Pflege im Gesetz mehr Verantwortung übertragen. Zusammen mit Markus Stadler, Leiter Pflegeentwicklung bei der Spital Netz Bern AG, hat Joder eine parlamentarische Initiative verfasst, die er in der kommenden Session einreichen wird. Diplomierte Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner sollen künftig in pflegespezifischen Belangen eigenständiger arbeiten und handeln können, verlangt die Initiative. Sie sollen zum Beispiel für eine Wund- oder Diabetesberatung nicht mehr auf den Arzt angewiesen sein. In der Praxis würden die Pflegenden diese Verantwortung bereits jetzt übernehmen, sagte Pflegefachfrau Manuela Petermichl gestern, als die parlamentarische Initiative den Medien vorgestellt wurde. «Es ist paradox, dass sie gesetzlich noch nicht verankert ist», so Petermichl. «Kostensenkende Wirkung» Die Gefahr einer Mengenausweitung und damit einer Kostensteigerung bestehe nicht, sagte Joder, der auch Präsident des Verbandes der privaten Spitex-Anbieter der Schweiz ist. Eine neue Kompetenzregelung würde nicht neue Leistungserbringer etabliere. Es gehe lediglich um die Abgrenzung von ärztlichen und pflegerischen Aufgaben. Joder verglich die geforderte Eigenständigkeit der Pflege mit jenen der Hebammen. Dass Hebammen zu selbstständigen Leistungserbringern geworden seien, habe nicht zur Kostenexplosion in der Geburtshilfe geführt, sagte auch Markus Stadler. Beide versprechen sich im Gegenteil eine kostensenkende Wirkung: Aufgrund ihrer beruflichen Kompetenzen könnten ausgebildete Pflegefachleute pflegerische Leistungen selber beurteilen und deshalb auch effizient erbringen. Bemühen um Attraktivität Die Initianten sind zudem überzeugt, dass eine gesetzliche Anerkennung der Verantwortung den Pflegeberuf attraktiver macht. Das sei angesichts des Personalmangels in der Pflege ein wichtiger Aspekt. Der Vorstoss ist denn auch vom Berufsverband der Pflegefachleute SBK mitentwickelt worden.bw>

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