Masshardt sprach in «Gross-Walliswil»

Vor einer ungewohnt grossen Festgemeinde sprach SP-Grossrätin Nadine Masshardt im 600-Seelen-Dorf. Denn

die Feier fand im Lager der Jungscharen statt.

Beschaulich erstreckt sich Walliswil bei Wangen südlich der Aare über einen Geländevorsprung. Die meisten Häuser sind entlang der Dorfstrasse aufgereiht. In diesen wohnen gegen 600 Einwohner. Temporär hat das Dorf durch die Logis der Jungscharen der Evangelisch-Methodistischen Kirche jedoch fünf zusätzliche Quartiere erhalten. Diese haben die Einwohnerzahl um 1500 anwachsen lassen. Zusammen mit den «Ureinwohnern» feierten die Jungschärler nun den 720.Geburtstag der Schweiz. Mit La-Ola-Wellen, viel Spektakel und einem Feuerwerk. In Scharen nahmen die Jungschärler kurz vor acht Uhr das Festzelt in Beschlag und bereiteten den beiden Referentinnen, der Gemeindepräsidentin Rita Wagner und der Berner SP-Grossrätin Nadine Masshardt, einen rauschenden Empfang. Und dass 8- bis 15-jährige Kids und Teenager gestandenen Politikern spontan zujubeln, darf doch eher als eine Seltenheit bezeichnet werden. Der Anlass endete aber in keiner Weise im Klamauk. Im Gegenteil: Auch Masshardt erinnerte an die tragischen Ereignisse in Norwegen. Und ebenso ihr Exkurs in die Schweizer Geschichte liess das Jungvolk fast ein wenig andächtig werden. «Die moderne, weltoffene, mutige und aktive Schweiz wurde 1848 geboren», erklärte die Historikerin. Damals sei allen bewusst geworden: «Wir sind eine Willensnation. Die Schweiz gibt es, weil wir sie wollen.» Keine einheitliche Sprache, Kultur oder Religion halte die Schweiz zusammen, sondern der Wille, die Idee einer Nation der Freien und Gleichen zu verteidigen und weiterzuentwickeln. «Und ihr, liebe Jungschi-Leute, lebt diese Werte», lobte Masshardt. «Unsere Gesellschaft und auch die Politik brauchen euch, brauchen euer Engagement, sie sind auf eure Ideen angewiesen.» Rita Wagner gab ihrer Freude Ausdruck darüber, dass die Jungscharen nach 2005 erneut Walliswil als Lagerstandort auswählten. «Und wer weiss», orakelte die Gemeindepräsidentin, «vielleicht treffen wir uns in ein paar Jahren wieder hier zur 1.-August-Feier.» Hanspeter Flückiger>

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