Karin Friedli vermietet «rein zur Freude»

eggiwil Wenn im Herbst die Hochsaison für die Wanderer anbricht, wird es bei ihr

bereits wieder ruhiger: Karin Friedli vermietet im Hübeli eine Ferienwohnung.

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Wie eine Idylle, die zu entspannten Ferientagen einlädt, sieht die Eggiwiler Holzmatt auf den ersten Blick nicht aus. Gewerbebau reiht sich an Gewerbebau, nicht nur vorn im Talgrund der Emme, sondern auch noch in der kleinen Strasse, die nach rechts ins Quartier hineinführt. Vor zwei wuchtigen Garagentoren mit der kleinen Anschrift «Hübeli» zur Linken endet die Fahrt, weiter gehts zu Fuss ein paar Treppenstufen in die Höhe – und plötzlich ist alles anders. Plötzlich scheinen die Hektik und der Lärm des Alltags wie vom Erdboden verschluckt zu sein, weit geht der Blick über das geschäftige Leben hinweg zu den Hügeln an der anderen Flanke des Emmentals.

Wobei Karin Friedli, die Gastgeberin, gleich von allem Anfang betont: Bei den Ferienleuten sei das nahe Gewerbegebiet kaum ein Thema. «Wahrscheinlich fällt es uns, die immer da sind, viel stärker auf.»

Premiere in diesem Herbst

Seit bald fünf Jahren empfängt Karin Friedli im Hübeli Gäste. Dafür hat sie im kleinen, ehemaligen Bauernhaus eine Wohnung hergerichtet, die sie regelmässig vermietet. An Passanten, die zu Fuss quer durchs Land auf dem Trans Swiss Trail unterwegs sind und deshalb nur eine Nacht bleiben. Oder an Leute, die von der Holzmatt aus die nähere und weitere Umgebung erkunden wollen und dafür bis zu zwei Wochen einplanen. Gerade, wenn sie von weiter her kommen, unternehmen sie in dieser Zeit nicht selten Reisen bis nach Luzern, Zermatt oder aufs Jungfraujoch.

Gefragt ist in erster Linie der Sommer, «unsere Saison dauert von Juli bis September». Wie es da mit dem Herbst steht, der im Emmental doch als die Wanderzeit schlechthin gilt? Nun, sobald die Tage kürzer und kühler werden, kommen offenbar vor allem noch die Tagestouristen. In der Vergangenheit jedenfalls habe das Interesse in dieser Zeit stets spürbar nachgelassen, fährt Karin Friedli fort. Bis auf dieses Jahr, als plötzlich für ein und dieselbe Zeitspanne im Oktober fünf bis sechs Anfragen kamen – eine Premiere.

Ein paar Annehmlichkeiten

Karin Friedli reist selber fürs Leben gern. Gemeinsam mit ihrem Mann ist sie regelmässig in den USA unterwegs, entdeckt dabei das Land zu Fuss oder mit dem Velo und übernachtet meist im Camper oder im Wohnwagen. Bei kürzeren Reisen ins europäische Ausland kommen die beiden dagegen sehr gerne privat unter. Viel persönlicher als im Hotel sei es, auf diese Art zu übernachten, schwärmt Karin Friedli und: Neben dem direkten Kontakt zu Land und Leuten schätze sie auch die individuelle, liebevolle Einrichtung, die sie jeweils in den Zimmern antreffe.

Dass sie es in ihrer Ferienwohnung genauso hält, wird auf den ersten Blick klar. Die Wände sind nicht einfach kahl, sondern mit Bildern behängt, und die Regale im Büchergestell nicht einfach leer, sondern mit Reisebüchern und -heften bestückt, «wir haben ja Leute bei uns, die gern reisen». Ein besonderes Augenmerk richtet Karin Friedli darauf, ihre Gäste auf die Region einzustimmen. Gleich neben der Tür hängt eine Emmental-Karte, auf der sie die verschiedensten Sehenswürdigkeiten eingetragen hat. «Die Gäste sollen Ideen bekommen, was sie bei uns alles unternehmen können» – sagts und öffnet flugs einen kleinen Schrank, sozusagen die Minibar: Hier wartet eine bunte Palette regionaler Produkte auf die Gäste, Biskuits genauso wie Beerenweine, Meringues genauso wie Sirupe.

Nicht fehlen dürfen der Fernseher und der drahtlose Internetzugang. Wie wichtig solche Annehmlichkeiten sind, weiss Karin Friedli aus eigener Erfahrung. «Man schätzt es, den Wetterbericht oder die Bahn- und Busverbindungen abrufen zu können.»

Noch immer auf Reisen

Bis heute betreibt Karin Friedli die Ferienwohnung als Hobby, «rein zur Freude», wie sie betont. Ihren Job im Spital hat sie inzwischen zwar aufgegeben, um sich vermehrt dem Haus und dem dazugehörenden Umschwung widmen zu können. Umso mehr geht sie dafür ihrem Mann im Büro zur Hand, der als selbstständiger Wirtschaftsinformatiker tätig ist. Dazu vermarktet sie, wie passend zu ihrer Philosophie in der Wohnung, seit Neustem über ein Internetportal Produkte aus dem Emmental.

Und die eigenen Reisen? Die dürfen bei alledem nicht zu kurz kommen. Feriengäste hin oder her.Stephan KünziDer Herbst ist die Wandersaison schlechthin im Emmental. Die Reihe Herbstzeit, Wanderzeit beleuchtet dazu verschiedene Aspekte. Bis jetzt erschienen: «Der Napf ist ein mystischer Kraftort» (27.9.); «Wanderschuhe können mehr» (30.9.); «Buschauffeur und Wanderberater» (4.10.)., «Das ausgefranste – das ist das Gspaltenhorn» (7.10.).>

Erstellt: 11.10.2011, 00:31 Uhr

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