Im Hochfeld ziehen wieder Asylbewerber ein

Stadt BernDie Zivilschutzanlage Hochfeld in der Stadt Bern wird ab dem 4.Januar 2012 als Unterkunft für Asylsuchende genutzt. Der Gemeinderat der Stadt Bern stellt die Anlage

dem Kanton zur Verfügung. Bereits 2008 wurde das Hochfeld

als Asylzentrum genutzt.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Es wird immer enger in den Berner Asylunterkünften. In den 22 bestehenden Zentren sind alle Plätze belegt. Über 1600 Asylbewerber leben zurzeit im Kanton. Eine Entschärfung ist nicht in Sicht. Deshalb wird in der Stadt Bern die Zivilschutzanlage Hochfeld, unter dem Schulhaus, ab dem 4.Januar als Zentrum für Asylsuchende genutzt. Maximal 100 Personen sollen dort voraussichtlich bis im Frühling ein Dach über dem Kopf finden. Dies haben Kanton und Stadt Bern gestern mitgeteilt.

Für Bern ist die Situation nicht neu: Bereits im Jahr 2008 hat die Stadt aufgrund der damaligen Notlage im Asylbereich zwei Zivilschutzanlagen – darunter auch diejenige im Hochfeld – zur Verfügung gestellt.

Der Zeitpunkt für diese Mitteilung mutet etwas speziell an: kurz vor Weihnachten, keine zwei Wochen vor dem Bezugstermin. So haben mögliche Gegner kaum noch die Chance, sich gegen das Vorhaben zu wehren. «Im Kanton Bern arbeiten wir lösungsorientiert», sagt Iris Rivas vom kantonalen Amt für Migration. Bereits Ende November nahm der Kanton darum Kontakt mit dem Gemeinderat auf. Die Stadt Bern gab letzte Woche grünes Licht für die Asylunterkunft. Mit Widerstand, wie aktuell in der aargauischen Gemeinde Bettwil, die sich mit allen Mitteln gegen ein geplantes Asylzentrum wehrt, rechnet man nicht.

Leist grundsätzlich dafür

Tatsächlich stellt sich Jürg Weder vom Länggassleist hinter den Plan der Stadt: «Grundsätzlich bin ich dafür, dass in der Stadt Bern ein Asylzentrum stehen soll.» Wenn man aber feststelle, dass die Asylsuchenden Probleme verursachten, werde man sich wehren. «Der Schulbetrieb darf nicht beeinträchtigt werden», betont Weder.

Aus Sicht des kantonalen Amtes für Migration ist die Lösung im Hochfeld praktisch. «Die Anlage ist sehr gut ausgestattet, und sie liegt zentral», erklärt Rivas. Ausserdem habe sich 2008, als die Zivilschutzanlage bereits als Asylunterkunft genutzt wurde, gezeigt, dass die Anwohner mit der Situation nicht überfordert seien, so Rivas.

Die Stadt Bern ist nicht allein: Wegen der vielen Asylgesuche haben in den vergangenen Monaten die Stadt Biel, die Gemeinden Muri, Köniz, Krauchthal und Uetendorf bereits Notunterkünfte zur Verfügung gestellt.

Kanton übernimmt Führung

Für den Betrieb, die Sicherheit und die Information der Bevölkerung ist der Kanton zuständig. Er trägt auch sämtliche Kosten, die im Zusammenhang mit dem Betrieb des Zentrums anfallen. «Die Stadt Bern stellt lediglich die Anlage zur Verfügung», sagt Walter Langenegger vom städtischen Infodienst. Der Stadt war vor allem der Faktor Sicherheit ein grosses Anliegen, betont er. So wird die Securitas regelmässig Runden im Quartier drehen, und auch die Kantonspolizei wird vermehrt Präsenz markieren. «Der Migrationsdienst wird zudem unangemeldete Kontrollen in der Unterkunft durchführen», sagt Rivas. Dabei wird nach Waffen, Drogen oder auch Personen, die sich nicht in dieser Unterkunft aufhalten dürfen, gesucht.

Zurzeit wird die Zivilschutzanlage für die künftigen Bewohner eingerichtet. Die Betten werden bezogen, die Küche mit Kaffeemaschinen ausgestattet und die sanitären Einrichtungen überprüft. Für die Vorbereitungen zuständig sind die städtischen Behörden, der kantonale Migrationsdienst und die ORS Service AG, ein Unternehmen, das sich auf die Betreuung von Asylsuchenden spezialisiert hat. Die Firma betrieb Ende der 90er-Jahre im Auftrag des Kantons Bern sieben unterirdische Notunterkünfte.

Maximal 20 zu Beginn

Ab Mittwoch, 4.Januar 2012, werden erste Asylsuchende im Hochfeld untergebracht. «Wir rechnen am Anfang mit maximal 20 Personen», sagt Rivas. Die Anwohner werden mit einem Flugblatt direkt informiert. Die ORS Service AG schaltet ab 4.Januar zudem eine Hotline auf (031 3021338). Ralph Heiniger/pd;Asylunterkunft Hochfeld:

Bilder aus dem Jahr 2008

hochfeld.bernerzeitung.ch

>

Erstellt: 23.12.2011, 00:31 Uhr

Blogs

Schlagerette Aller Anfang ist schwer

Michèle & Friends Drogen konsumieren für Fortgeschrittene

Service

Schnelle Info für zwischendurch

Lesen Sie die Nachrichten aus der Region in Echtzeit.

Die Welt in Bildern

Explosive Abrüstung: An der Grenze zwischen Süd- und Nordkorea werden die Bewachungsposten abgebaut. (15. November 2018)
(Bild: Jung Yeon-je/Getty Images) Mehr...