Groombridge – die Band, die alles selber macht

BurgdorfZwei Tonträger, Auftritte am Gurtenfestival und in Clubs im In- und Ausland, eine Tour durch China und zehn Jahre Leidenschaft für Alternativrock: Das kennzeichnet die Band Groombridge. Sie ist nun mit dem Kulturförderpreis der Burgergemeinde ausgezeichnet worden.

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Auf den Namen der Band angesprochen, sagt Christian Berger (alias Dyle – Text, Song, E-Gitarre, Synthesizer), dass er vor rund zehn Jahren in einem «verschlafenen englischen Kaff dieses Namens» den Entschluss zur Bandgründung gefasst habe. So geschah es – und heute gehören zur Band Lukas Breitenstein (Sky – E-Gitarre und Schlagzeug), Philipp Hirschi (Fibe – E-Gitarre), Thomas Hess (Hessty – E-Gitarre und Synthesizer) und Silvan Grütter (Sili – E-Bass). Die Burgdorfer Band spürt Aufwind und hat gestern, zusammen mit zwei weiteren Kulturschaffenden, den Förderpreis der Burgergemeinde erhalten (siehe Kasten).

«Unsere Musik bewegt sich im Überbegriff von alternativem Rock in progressiven Tönen – kein Mainstream und keine Partytime», erklären die fünf Bandmitglieder. Sämtliche Songs schreibt Texter Christian Berger; den Sound komponiert und entwickelt die Band gemeinsam. Die Texte hinterfragen auf kritische und oft süffisante Art Politik, Umwelt und Existenz. «Wir verschachteln unsere Geschichten gerne und lassen das Publikum eigene Interpretationen finden», heisst die Devise.

Tournee im Wohnwagen

Offenbar schätzt das Publikum die Band, konnte Groombridge doch bereits am Gurtenfestival und in verschiedenen Clubs auftreten. Zwei Tonträger haben die fünf Musiker im eigenen Studio aufgenommen, gemixt und gemastert; ein drittes Album ist geplant. 2008/2009 machte die Band eine mehrmonatige Tour im Wohnwagen durch Deutschland, Belgien, Holland und Dänemark. «Bezahlte Auftritte kann man in diesen Ländern vergessen, wir konnten froh sein, wenn ein Club uns auftreten liess und wir für Essen und Getränke nicht bezahlen mussten», erzählt Lukas Breitenstein. Einmal hätten sie in England einen einzigen Zuhörer im Konzertraum gehabt, da der Club weder ihre Plakate aufgehängt noch Werbung betrieben habe. «Natürlich gaben wir für diesen Paul unser Bestes», schmunzeln die Musiker. Kommerziell war die Tour durch Europa nicht erfolgreich, doch Erfahrung und Zusammenhalt untereinander seien unbezahlbar, halten die Mitglieder fest.

In diesem Frühjahr tourte Groombridge während zweier Wochen durch China; ein bezahltes Engagement, das durch Internetkontakte zustande kam. Begleitet von einem Chinesen, der bei sprachlichen und täglichen Hürden half, fühlten sich die fünf Männer «extrem wohl». «Wir haben in der Schweiz falsche Vorstellungen von China, das Land ist ganz anders, und die Menschen sind enorm freundlich und cool», schwärmt Lukas Breitenstein. Als Thomas Hess seinen Schweizer Pass verloren habe, sei die Hilfsbereitschaft der Chinesen gross gewesen. Allerdings musste auch Groombridge die Songtexte vom Regime absegnen lassen. Die geplante nächste CD der Band enthalte Elemente, die musikalisch und textlich auf dem Erlebnis China basieren. Auch über eine zweite China-Reise wird bereits nachgedacht. Die Bandmitglieder haben aber auch registriert, dass Auftritte in der Schweiz bezüglich Annehmlichkeiten «purer Luxus» sind.

«Im Gegensatz zu typischen Schweizer Bands sind wir nicht Studenten, sondern arbeiten praktisch zu 100 Prozent in den erlernten Berufen» sagt Christian Berger. Er hat den Vorteil, im familieneigenen Betrieb Radix (Sportgeräte und Bekleidung) zu arbeiten. Auf dem Firmengelände verfügt die Band sowohl über einen Proberaum wie auch über ein gut ausgerüstetes Aufnahmestudio. «Wir machen alles selber, dann entspricht das Ergebnis unseren Vorstellungen.»

Ursina Stoll-Flury

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Erstellt: 17.11.2011, 00:32 Uhr

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