Ein Online-Lexikon für Berner Autoren

LiteraturAuf www.literapedia-bern.ch entsteht ein neues Lexikon der Berner Autorinnen und Autoren. Betreut wird das Projekt von der Universitätsbibliothek Bern. Mitschreiben sollen künftig aber auch die Nutzer.

Johann von Ringgenberg ist ein Berner Schriftsteller. Wenn nun die meisten fragend die Stirn runzeln, liegt es vor allem daran, dass dieser gewisse von Ringgenberg schon vor 700 Jahren das Zeitliche segnete. Er lebte im 13. Jahrhundert in der Nähe von Interlaken, wo er sich als Spruchdichter einen Namen machte. Dies und einiges mehr kann man nun auf Literapedia, dem neuen Onlinelexikon der Berner Autorinnen und Autoren, nachlesen. Hier findet man neben längst vergessenen Dichtern auch bekannte Namen wie Lukas Hartmann, Robert Walser und Pedro Lenz oder junge Debütantinnen wie Sandra Rutschi oder Stefanie Christ, beide Redaktorinnen dieser Zeitung. Insgesamt umfasst das Literaturlexikon rund 800 Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die im Kanton Bern kulturell verankert sind oder eine Berner Auszeichnung erhalten haben. «Die aktuellen Beiträge sind aber erst der Anfang», betont Projektleiterin Isabelle Kirgus von der Universitätsbibliothek Bern. «Wir würden uns sehr über Stimmen von aussen freuen, die uns helfen, das Lexikon aktuell zu halten oder uns auf allfällige Fehler aufmerksam machen», erklärt Kirgus. Vorbild Wikipedia Wie beim Vorbild Wikipedia sollen bei Literapedia interessierte Leser, Wissenschaftler, Kritiker, Förderinstitutionen, Verlage und die Autoren selbst die Einträge erweitern, verbessern und auf dem neusten Stand halten. Die Qualitätskontrolle übernimmt die Universitätsbibliothek. Zurzeit sind die einzelnen Einträge noch uneinheitlich, weil sie aus Wikipedia, wissenschaftlichen Lexika und Bibliografien zusammengetragen wurden. «Bei einigen Schriftstellern können wir nur rudimentäre Angaben bieten. Die grösste Abdeckung haben wir bei den zeitgenössischen Autorinnen und Autoren. Hingegen ist der Zeitraum vor 1925 noch sehr lückenhaft, weil entsprechende Bibliografien nicht existieren», sagt Kirgus. Auf Fotos hat man aus urheberrechtlichen Gründen vorerst verzichtet. Drei Mitarbeiter der Universitätsbibliothek haben während zweier Jahre am Aufbau des Onlinelexikons gearbeitet – zusätzlich zu ihren regulären Aufgaben. Den Betrag für den Webauftritt steuerte die Burgergemeinde Bern bei. Lucie Machacwww.literapedia-bern.ch >

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