Christine Andrey:«Aufräumen ist sehr emotional»

LeserbegegnungChristine Andrey hilft beim Entrümpeln und Aufräumen der Wohnung. Denn sie weiss, dass der Kampf gegen das Chaos zu zweit leichterfällt. Die Bernerin unterstützt Berufstätige ebenso wie ältere Menschen.

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«Aufräumen fägt!», sagt Christine Andrey und strahlt übers ganze Gesicht. Ordnen und entsorgen löse bei ihr ein befreiendes Gefühl aus.

Das geht nicht allen Menschen so, darum hilft die 51-jährige Bernerin beim Entrümpeln und Aufräumen von Wohnungen. Es sind nicht Räume, in denen verwahrloste Menschen leben, sondern zum Beispiel solche von jüngeren Berufstätigen, die keine Zeit finden. Oder von Paaren, deren Kinder wegzogen und Spielsachen sowie Schulhefte zurückliessen. Oder es sind ältere Menschen, die dies selber nicht bewältigen können. «Es geht nicht immer darum, Dinge wegzuwerfen», betont Christine Andrey. Meistens müsse einfach Ordnung ins Chaos gebracht werden – die gesamte CD-Sammlung auf einem Gestell lagern, alles, was ins Badezimmer gehört, auch dort deponieren. «Nicht selten staunen die Leute, wenn etwas längst verloren Geglaubtes wieder auftaucht.»

Lieber kaufen statt suchen

«Unordnung ist teuer!», das werde ihr jedes Mal wieder bewusst, wenn sie beim Aufräumen hilft. «Statt nach einem Gegenstand im Estrich zu suchen, kaufen die Leute lieber ein und besitzen dann Dinge mehrfach.» Christine Andrey will mit ihrer Arbeit Menschen helfen, sich von überflüssigen Gegenständen zu befreien. Selber sei sie jemand, der nicht gerne Unnötiges besitzt. So verzichtet sie auf Küchenmaschinen, da sie den Teig ja auch von Hand kneten kann. Ihre Wohnung im Berner Breitenrainquartier wurde mit Bedacht und viel Liebe eingerichtet. «Im Alltag bin ich eher ein ungeduldiger Mensch, wenn es aber darum geht, das passende Einrichtungsstück zu finden, dann kann ich lange warten.» Fünf Jahre dauerte es, bis sie das Bild an der Wand hinter dem Esstisch ausgewählt hatte. Es ist ein altes Stück Wandtafel aus dem Schulhaus Spitalacker, bemalt mit weisser Farbe.

Christine Andrey lebt zusammen mit ihrem Mann Marco, der es sehr schätzt, dass seine Frau daheim regelmässig ausmistet, sonst würde sich bei ihm einiges anhäufen. Die beiden erwachsenen Töchter sind ausgezogen – eingezogen ist dafür Kater Mäxli. Ein roter Tiger, der ausgesetzt worden ist.

Schachteln mit Erinnerungen

Seit fast einem Jahr ist sie nun als «professionelle Aufräumerin» tätig. Ihr kleines Unternehmen nennt sie «los-lassen». Entstanden ist es auf Anregung von Freunden, denen sie mehrmals beim Aufräumen geholfen hat. Damals noch für ein Nachtessen, heute kostet ihre Hilfe.

Die Aufräumaktionen von Christine Andrey haben Programm: Bevor mit dem Ordnen begonnen wird, stattet sie den Kundinnen – bis jetzt waren es nur Frauen, die sich bei ihr gemeldet haben – einen Besuch ab. «Bei dieser Bedürfnisabklärung notiere ich mir, was das Ziel der Aktion ist.» Steht sie dann am «Aufräumtag» vor der Türe, dann hat sie Schachteln und grosse Plastiktaschen dabei. «Begonnen wird im Schlafzimmer.» Warum? «Das Schlafzimmer ist die Oase einer Wohnung, hier ruht man sich aus, hier sollte es einem wohl sein.» Je nach «Gnusch» gehe es dann von Zimmer zu Zimmer. Manchmal dauere es mehrere Tage. Sie erteile jeweils Aufträge, etwa dass bis zu ihrem nächsten Besuch ein Schrank entrümpelt sein sollte. «Doch ich dränge nie jemanden dazu, etwas wegzuwerfen.» Schachteln mit Erinnerungen, etwa von den Kindern, zu füllen, dürfe durchaus sein.

Jahrelang arbeitete Christine Andrey als Réceptionistin und hatte so immer mit Menschen zu tun. Das hilft ihr bei der jetzigen Arbeit, die viel Einfühlungsvermögen verlangt. Christine Andrey dazu: «Aufräumen ist sehr emotional.» Gegenstände sind mit Erinnerungen verbunden und bringen manchmal aufwühlende Geschichten zutage. Dies sei wohl mit ein Grund, warum sich manche schwer damit tun. Christine Andrey weiss mittlerweile aus Erfahrung: «Zu zweit geht das dann einfach leichter und macht sogar Spass!» Franziska ZauggInfos unter: www.los-lassen.ch.

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Erstellt: 26.10.2011, 00:31 Uhr

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