Biber leisten ganze Arbeit

BaumschutzAn der Aare unterhalb der Lorraine haben Biber viele Bäume angefressen. Die angenagten Bäume sehen bedrohlicher aus, als es laut Pro Natura und Stadtgärtnerei für die Natur wirklich ist.

Die angenagten Bäume entlang der Aare mögen ein brutales Bild abgeben, aber laut Peter Lakerfeld, Geschäftsführer des Pro-Natura-Projektes «Hallo Biber», stellen die Biber keine Gefahr für den Baumbestand der Stadt Bern dar. «Es gibt kleinere Konflikte, doch diese können wir lösen», erklärt Lakerfeld. So werden einzelne Bäume von der Stadtgärtnerei mit einem übel schmeckenden Mittel angestrichen, um die Biber vom Nagen abzuhalten. Auch mit Maschendraht könne das Nagen gut verhindert werden. Diese Massnahme sei derzeit beim Marzili im Einsatz. Zukunftsbäume schützen Diese Mittel werden laut der Stadtgärtnerei vor allem bei sogenannten Zukunftsbäumen eingesetzt. Bis zu einem Meter hoch werden diese mit Maschendraht umzäunt oder mit der Paste eingestrichen. «So können wir diese Bäume, die für die Erosion und die Ufergestaltung wichtig sind, gezielt schützen», erläutert Christoph Schärer von der Stadtgärtnerei. Biberreviere sind ein bis drei Kilometer lang. «Aktuelle Biberspuren haben wir im Umkreis des Stauwehrs Engehalde, in der Elfenau, in der Eymatt und im Löchligut», sagt Lakerfeld von Pro Natura. Wie viele Biber es in der Stadt gebe, wisse man nicht. «Wir wissen aber, dass sie Nachwuchs bekommen haben.» Biber nagen die Bäume aus zwei Gründen an: um Baumaterial zu gewinnen und die Rinde zu essen. Da die Tiere nicht klettern können, fällen sie die Bäume, um an ihr Fressen zu gelangen. Weichhölzer anpflanzen Als erste konkrete Massnahme wird die Stadtgärtnerei den Hang unterhalb der Jurastrasse mit Weiden bepflanzen, um so dem Biber alternative Weichhölzer als Nahrung zu bieten. Neben Weiden gehören auch Pappeln zu den Weichhölzern, die einfacher zu beissen und daher bei den Bibern besonders beliebt sind. Die Stadtgärtnerei strebt eine friedliche Koexistenz mit den Nagetieren an. Dass der Biber sich wieder ausbreitet, müsse man akzeptieren. «Der Biber ist auch für uns ein Phänomen, das wir noch nicht lange kennen», sagt Christoph Schärer. Claudia Salzmann ;Mehr Bilder auf biber.bernerzeitung.ch>

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt