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24:0 Siege – die Serie von Novak Djokovic wird immer unheimlicher

Tennis Novak Djokovic wankte, fiel aber nicht: Der Serbe

Es war der schwierigste Sieg des Novak Djokovic: Im zwölften Game des dritten Satzes drohte ihm die erste Niederlage im 24. Saisonmatch. Rafael Nadal führte 30:15 bei Aufschlag des Serben und war damit nur noch zwei Punkte davon entfernt, als erster Spanier überhaupt in Südflorida zu triumphieren. Er verschlug dann aber unnötig einen Backhand-Return, und von da an schaute Djokovic nie mehr zurück. Der Serbe gewann neun der elf nächsten Punkte und erspielte sich so vier Matchbälle. Nadal konnte zwar noch zwei abwehren, nach einer weiteren crosscourt geschlagenen Vorhand des Serben war die Partie aber vorbei. «Die Partie hätte auf beide Seiten kippen können, das war einer der besten Finals meiner Karriere», so Djokovic. Nadal, der im Halbfinal Roger Federer nur gerade fünf Games überlassen hatte, war enttäuscht, aber fair: «Es war ein sehr gutes Turnier für mich, ich habe jeden Tag besser gespielt. Heute boten sich mir einige Chancen, aber Novak (Djokovic) spielte in den wichtigen Phasen zu gut.» In der Schlussphase zeigte Djokovic, wieso er der unbestrittene Mann des ersten Saisonviertels ist. Hätte er früher bei solchen Bedingungen – 33 Grad Celsius, hohe Luftfeuchtigkeit und ein grossartiger Gegner – physisch und mental nachgelassen, so konnte er diesmal bis zuletzt seinen hohen Standard halten. Verdienter Lohn war sein vierter Titel des Jahres nach dem Australian Open, Dubai und Indian Wells, womit er die beeindruckende Jahresbilanz auf 24:0 ausgebaut hat. Im Head-to-head mit Nadal hat er nun auf 9:16 verkürzt und vor allem den Spanier zweimal in Serie in einem Endspiel besiegt, nachdem er den Startsatz abgegeben hatte. Vor Indian Wells hatte er gegen den Linkshänder alle fünf Endspiele verloren. Djokovic ist damit erst der siebte Spieler, dem das Double Indian Wells/Key Biscayne gelingt, zuletzt hatte dies Roger Federer vor fünf Jahren geschafft. Der Start war aus Sicht des leichten Favoriten alles andere als optimal verlaufen. Djokovic, der bis zum Final alle 40 Servicegames durchgebracht und seinen fünf Widersachern nur 18 Games zugestanden hatte, geriet rasch 1:5 in Rückstand. Nadal konnte dann den Satz trotz leichter Schwierigkeiten noch beenden, aber eine Leistungssteigerung von «Nole» im zweiten Durchgang leitete die Wende ein. «Ich habe ab dem zweiten Satz deutlich weniger Fehler gemacht und das hat geholfen», so Djokovic, der zugestand: «Diese Monate waren traumhaft, aber enorm anstrengend. Jetzt brauche ich eine Pause.» Nadal steht unter Druck Diese Pause wird den Protagonisten von Key Biscayne vom Kalender her nicht gegönnt. Bereits in einer Woche steht im noblen «Monte Carlo Country Club» das erste Highlight auf europäischen Sandplätzen an, dem dann mit Madrid, Rom und dem French Open bis Anfang Juni weitere wichtige Rendez-vous folgen. Punkto Weltrangliste ist die Ausgangslage klar: Nadal steht deutlich mehr unter Druck als Djokovic und Roger Federer, die beide nur etwa einen Fünftel der Punkte des Spaniers zu verteidigen haben. Auf die Möglichkeit, bald die Nummer 1 zu übernehmen, will Djokovic noch nicht eingehen: «Ich nehme ein Turnier nach dem anderen – und dann schauen wir, was dabei rauskommt.» Roger Federer enttäuschte Der vermeintliche Halbfinal-Knüller wurde zu einer einseitigen Angelegenheit. Roger Federer blieb gegen Nadal deutlich unter seinen Möglichkeiten und verlor 3:6, 2:6. Bei 0:3, 40:40 im zweiten Satz aus Sicht Federers brandete Applaus durch den voll gepackten Center Court im Crandon Park wie sonst nur bei einem Fussballspiel. Der Baselbieter wurde enorm frenetisch angefeuert, obwohl eigentlich sein Widersacher im hispanophilen Südflorida ein klassisches Heimspiel genoss. «Es war ein schönes Gefühl, diesen Applaus zu spüren, gerade gegen Rafa», so Federer, «es ist aber auch klar, dass dies mit dem Resultat zu tun hatte. Ich weiss gar nicht, ob ich den Applaus wollte oder nicht, weil er bedeutete, dass ich im Rückstand lag.» Tatsächlich war der Spanier zu diesem Zeitpunkt schon länger auf die Siegesstrasse eingebogen, Federer machte insgesamt 31 unerzwungene Fehler. «Ich habe in der Offensive viel zu schwach gespielt. Rafa war solid, aber längst nicht unglaublich, das musste er auch nicht. Es ist schon enttäuschend, wenn man zwei Wochen hier verbracht hat und dann das Timing in diesem Spiel so nicht findet.» Wichtig sei es jetzt, sich gut zu erholen, dann gut zu trainieren und einen guten Aufbau zu machen, meinte Federer, um anzufügen: «In Monte Carlo will ich so viele Matches wie möglich gewinnen, sage aber nun nicht, dass ich in den Halbfinal oder den Final will, oder das Turnier gewinnen möchte.» Marco Keller, Key Biscayne Resultate Seite 28>

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