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153 Anzeigen nach Demo

stadt bernMit einem Grossaufgebot hat die Polizei am Samstag die unbewilligte Demo von WEF-Gegnern bereits im Keim erstickt. 153 Personen werden wegen Landfriedensbruchs angezeigt. Im Festhalteraum setzte die Polizei Tränengas ein.

Zum geplanten Umzug durch die Stadt kam es nicht: Hunderte Polizisten kesselten eine kleine Gruppe Demonstranten bereits am Bollwerk ein und hinderten sie daran, weiterzuziehen. Unter den Demonstranten war auch die radikale Zürcher Linksaktivistin Andrea Stauffacher. Die meist vermummten Aktivisten forderten die Polizei vergeblich auf, den «friedlichen Umzug» zuzulassen. Die Demonstranten wurde kontrolliert und in Festhalteräume im P+R Neufeld transportiert. Dort wollten mehrere Personen die Räume aufbrechen, worauf die Polizei Tränengas einsetzte. Bei den Demonstranten und in einem Versteck in der Kanalisation stellte die Polizei Vermummungsmaterial und Petarden sicher. Total wurden 172 Personen angehalten; 153 Personen sollen wegen Landfriedensbruchs angezeigt werden. Der städtische Polizeidirektor Reto Nause (CVP) zog eine positive Bilanz. «Im Vorfeld gab es Aufrufe zur Gewalt, die wir ernst nehmen mussten.» Mit den Organisatoren Kontakt aufzunehmen, sei misslungen. Wie Nause bezeichnet auch der kantonale Polizeidirektor Hans-Jürg Käser (FDP) das Grossaufgebot der Polizei als «absolut gerechtfertigt». Angesichts der Gewaltaufrufe sogar «mehr als gerechtfertigt», so Käser. Er stand nach eigenen Angaben «in engem Kontakt» mit dem Berner Gemeinderat. Für einmal hatte die Polizei nicht den Auftrag, deeskalierend zu wirken. «Wir wollten von Anfang an sicherstellen, dass der Umzug gar nicht stattfindet.» Weder Versammlungsfreiheit noch Demonstrationsrecht seien infrage gestellt, so Käser. «Aber die Gewaltaufrufe erfüllten den Tatbestand des Landfriedensbruchs.» Bürgerliche Parteien begrüssten das Durchgreifen. Die Linke bezeichnet den Einsatz als masslos und ungerechtfertigt und fordert eine Untersuchung. Kleinere Anti-WEF-Aktionen in der Stadt gab es doch noch. Sie verliefen friedlich, die Po-lizei liess diese Aktivisten ge-währen.wrsSeite 8>

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