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13 Arten, den Blues zu singen

vera kaaMit 16 hörte sie Janis Joplin und stieg selbst auf die Bühne. Mit 50 kehrt sie zurück zum Blues. Was auf dem Album «50 Ways» mitschwingt: ein reiches Leben.

Manchmal steht ihre Welt still. Dann passiert es wieder. «Das mit dem ewige Verliebe», singt sie, «das han i langsam gsee.» Und er rappt zurück: «Häsch mir dr Atem graubt, mini Gfühl händ sich gstaut.» Der Flow stimmt – ganz praktisch, so ein musikalischer Sohn. Der jüngere Sohn röhrt im Kinderchor mit, Ex-Mann Greg Galli hat auch dieses Album produziert, und der neue Lebenspartner steuert gepfefferte Scatgesänge bei. Manpower und Erfolg Schon immer wusste Vera Kaa ihre Männer zu orchestrieren. Als «Luzerns wütende Tochter» schnappte sie sich Anfang der Achtzigerjahre den Bucks-Sänger Rams, Sexsymbol der bewegten Zürcher Szene, und machte damit die Punkgirls in der Roten Fabrik hässig. Und nicht nur damit: «Auch Erfolg war dort sehr verdächtig», erinnert sie sich. Nachdem die Neue Deutsche Welle sie an die Hitparadenspitze getragen hatte, folgten Rock, Brecht, Tangos und Songs für die gute(n) Sache(n). Immer hatte die Sängerin Topmusiker zur Hand, und so spielt sich auch die aktuelle Band – mit dem Berner Drummer Bruno Dietrich – auf hohem Niveau durchs Repertoire. Weich und kratzig Manchmal dreht sich ihre Welt wie ein Karussell. Dann steigt sie aus und schreibt einen Song wie «Chilbi Ziit», in dem gezappt statt gerappt wird, «konsumiert und nichts kapiert». Da kann man schon den Blues bekommen. Doch Vera Kaas Blues ist mal verführerisch («Smooth Summer Days»), mal streitlustig («Blues Ain’t for Sissies»), mal vollendet rein wie in «50 Ways», Part 1 und 2 am Anfang und Ende des Albums. Da füllt ihre Stimme ganz allein den Raum, in den tiefen Lagen warm und weich, in den höheren etwas kratzig, durchsetzt von einzelnen Vibratos, jedes Wort effektvoll artikuliert. Zu schön, um Blues zu sein? Abwarten. Nach zwölf «offiziellen» Songs folgt ein rasanter Hidden Track mit meh Dräck. Tina Uhlmann ;Vera Kaa: «50 Ways», BoxTøn/Irascible. Live: 16.4., Cacis Mühle, Grosshöchstetten; 14.6., 20 Jahre Frauenstreik, Solothurn; 24.6., Mahogany Hall, Bern. >

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