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10er Tram wird doppelt so teuer

tramstadt bern Einen Monat nach der Eröffnung von Tram Bern West liegt das Vorprojekt für die neue Tramlinie zwischen Ostermundigen, Bern und Köniz vor. Eine erneute Berechnung zeigt aber, dass das Projekt statt 260

Kaum ist die Tramlinie Bern-West in Betrieb, steckt die Region Bern schon mitten in der Planung der nächsten: Die Buslinie 10 von Köniz über Bern nach Ostermundigen soll zur Tramlinie werden. Ausserdem soll die Linie 9 künftig bis nach Kleinwabern führen. Das Vorprojekt, das der Kanton gestern den Medien präsentierte, zeigt: Die neue Tramlinie ist technisch machbar. Eine genauere Berechnung zeigt aber auch: Statt der ursprünglich geplanten 260 Millionen Franken wird der Bau 550 Millionen kosten. In den Kosten seien auch 150 Millionen Franken für Sanierungen und Zusatzprojekte enthalten, die sowieso anstehen würden, erklärte die Verkehrsdirektorin des Kantons Bern, Barbara Egger-Jenzer (SP). Den Hauptanteil, nämlich 300 Millionen Franken, würde der Kanton zahlen. Der Bund würde sich mit etwa 120 Millionen Franken beteiligen. Weitere 90 Millionen Franken müssten die drei Gemeinden Bern, Köniz und Ostermundigen zahlen. Deren Anteile werden noch festgelegt. Für den Restbetrag kommen weitere Stellen, etwa die Eigentümer von Werkleitungen, auf. Bis im Sommer will der Kanton nun noch eine Fachmeinung zum Tramprojekt einholen: Experten der ETH Zürich und ein unabhängiges Büro sind daran, ein Gutachten zu erstellen. Auch der ETH-Professor Ulrich Weidmann, der bereits die Projekte zum Tram Bern-West und zum Hauptbahnhof Bern begutachtet hat, wird seine Meinung abgeben. Die neue Tramlinie folgt weitgehend der bisherigen Buslinie 10. Doch es gibt einige Schlüssel-stellen: Die Wendeschlaufe in Schliern kommt am Plattenweg zu liegen. Die Endstation wird aber an der Muhlernstrasse gebaut, da sie dort weniger Kulturland braucht und besser erreichbar ist. Beim Schloss Köniz und an der Weissensteinstrasse gibt es Haltestellen, an denen das Tram nicht überholt werden kann. An diesen Stellen soll der Autoverkehr hinter dem Tram bleiben, damit das Tram freie Fahrt hat in Richtung Könizer Zent-rum und in Richtung Eigerplatz. Am Viktoriaplatz wird ein Kreisel gebaut. Das neue Tram hält am gleichen Ort wie heute die Busse. Hingegen wird die Haltestelle der bisherigen Tramlinie 9 weiter in Richtung Guisanplatz neben das BKW-Gebäude verschoben. Die Haltestelle Spitalacker soll dafür aufgehoben werden. Neu wird es ein Verbindungsgleis zwischen Viktoria- und Moserstrasse geben, damit die Trams bei Störfällen ausweichen können. Ab Galgenfeld bis an die Gemeindegrenze zu Ostermundigen erhält das Tram ein eigenes Trassee. Die Strasse wird verbreitert. Deshalb müssen die alten Alleebäume gefällt und durch neue ersetzt werden. Die Stadtgärtnerei habe versichert, dass etliche dieser Bäume ohnehin ersetzt werden müssten, betonte Barbara Egger-Jenzer. Beim SBB-Bahnhof Ostermundigen soll es einen möglichst kurzen und praktischen Umsteigeweg zwischen Tram und S-Bahn geben. In Ostermundigen führt die neue Tramlinie durch einen Tunnel in einem grossen Bogen unter dem Wald hindurch ins höher gelegene Rüti-Quartier. Noch keine konkreten Vorstellungen präsentierte Barbara Egger-Jenzer zur Tramführung in der Berner Innenstadt. Für sie ist klar: «Die Stadt muss eine weitere Tramachse durch die Innenstadt bauen.» Auch ihre Stadtberner Amtskollegin, Regula Rytz, sieht für die Zukunft nur diese Lösung. Und zwar soll die Tramlinie via Amthaus- und Schauplatzgasse führen. Ein Tram durch die Speichergasse sei technisch kaum machbar, weil die Kurve in Richtung Kornhausbrücke zu eng würde, sagte Regula Rytz gestern. Esther Diener-Morscher >

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