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Zeusler blitzt vor Bundesgericht ab

Der Mechaniker, der seine Garage auf dem Gugelmann-Areal angezündet hat, ist nun auch vor dem Bundesgericht unterlegen.

Das Gericht in Aarwangen und das Obergericht in Bern kamen zum gleichen Schluss: Der 52-jährige Mechaniker aus dem Oberaargau hat in einer März-Nacht im Jahr 2006 versucht, seine Garage auf dem Gugelmann-Areal in Roggwil in Brand zu stecken. Der mögliche Grund für die Tat: Der Garagier war knapp bei Kasse und wollte bei der Versicherung abkassieren. Das Gas explodierte nicht Das Obergericht verurteilte ihn im letzten Juni wegen Brandstiftung, versuchter Herbeiführung einer Explosion und versuchten Betrugs zu einer bedingten zweijährigen Freiheitsstrafe. Zudem musste er rund 100000 Franken an Prozess- und Anwaltskosten übernehmen. Gegen das Urteil wehrte sich der Mechaniker, er verlangte einen Freispruch. Den Brand habe er nicht selber gelegt, beteuerte er stets. Doch damit drang er nicht durch, wie sich jetzt zeigt: Das Bundesgericht hat die Beschwerde abgewiesen und der Lorze AG Recht gegeben. Die Beteiligungsgesellschaft war als Besitzerin der Garage im Prozess als Privatklägerin aufgetreten. Damit ist nun definitiv klar, was sich in jener März-Nacht abgespielt hat: Der Mechaniker stellte ein Auto vor seiner Garage auf. Darin verstaute er Gasflaschen mit Schläuchen, die das Gas im Innern der Garage ausströmen liessen. Eine Zeitschaltuhr mit Zünder vervollständigte die teuflische Bastelei. Doch der Plan ging nicht auf. Statt zu einem Grossbrand kam es bloss zu einer Verpuffung des Gases, so dass die Ermittler die Tat rekonstruieren konnten. Sie fanden Brandherde und Materialen, die der Garagier verwendet hatte. Die Ermittler getäuscht Für das Bundesgericht ist erwiesen, dass der Mechaniker eine Brandlegung von aussen habe suggerieren wollen, «um die Ermittlungsbehörden in die Irre zu führen». An einer derartigen Täuschung habe aber allein er selber ein Interesse. Hinzu kommen zahlreiche Indizien, die den Zeusler belasten: Ihm fehlte ein Alibi für die Tatzeit; auf den für die Bastelei verwendeten Materialen fanden die Ermittler Spuren seiner DNS; nach der Tat verhielt er sich «merkwürdig»; und finanzielle Probleme belasteten ihn. Darüber hinaus hatte der Brandstifter bereits einschlägige Erfahrungen gemacht: Schon im Jahr 2001 kam es in seiner Garage zu einem Brand. Von der Versicherung kassierte er seinerzeit 350000 Franken. «Ein Brand könne sich finanziell lohnen, habe er damals gemerkt», heisst es in der Begründung des Urteils. Nachdem das Bundesgericht nun die Beschwerde abgewiesen hat, muss der Brandstifter eine weitere, 3,5-monatige Gefängnisstrafe antreten, zu der ihn das Aargauer Obergericht im Jahr 2005 verurteilt hatte. Schäden: Fast 20 Millionen Trotz des Urteils bleibt die Brand-Serie auf dem Gugelmann-Areal ein Mysterium. So sind etliche Vorfälle bis heute nicht geklärt: Im Mai 1993 brannte eine Lagerhalle aus, im Januar 2000 fing eine Wohnbaracke für Asylbewerber Feuer, und im Juni 2001 zerstörten die Flammen Gebäudekomplexe mit mehreren Hallen. Die Schäden der drei Brände betrugen fast 20 Millionen Franken.Dominik Balmer>

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