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Weihnacht den Vergesslichen

Die Vergesslichkeit jagt mich gegenwärtig ganz schön atemlos durchs Oberland. Je weihnächtlicher, desto schlimmer. Nicht, dass ich Angst habe, bei den Weihnachtsgeschenken jemanden zu übergehen. Das ist es nicht. Da habe ich sogar feinsäuberlich die Übersicht – bilde ich mir wenigstens ein. Wenn man all die leuchtenden Kinderaugen vor sich sieht, fällts einem eigentlich auch gar nicht schwer. Nein, es sind mehr die vielen Extras und Sonderwünsche, die auch noch in die friedlich-beschauliche und manchmal ach so hektische Adventszeit hineingezwängt werden sollen – und offenbar dazu führen, dass gewisse Hirnwindungen nicht mehr so funktionieren, wie sie sollen. Denn: Wie kann es nur passieren, dass eine routinierte Wasserratte wie ich die Badehose im Hallenbad Aeschi liegen lässt? Natürlich, ich muss abgelenkt worden sein. Zum Glück ist auf das Badepersonal Verlass. Am nächsten Tag konnte ich die Hose zwäg präpariert wieder abholen. Merci bestens! Auch die samstägliche Fahrt nach Kandersteg ins dortige Sportgeschäft mit der grossen Langlauf-Ausrüstungs-Auswahl endete zwei Tage darauf mit der Erkenntnis: Uppsala, wir haben den Skianzug unserer Tochter, den wir im Schneetreiben jetzt gut hätten gebrauchen können, irgendwo liegen lassen! Die Geschichte war bald rekonstruiert, das Telefon zur freundlichen Verkäuferin nach Kandersteg zügig getätigt, der Helfer in der Not rasch gefunden: Unser zwischen Kandersteg und Thun hin und her pendelnder freier Mitarbeiter brachte mir den Skianzug zurück. Meine Tochter und ich lassen danken! Bei meinem letzten Theaterabstecher zu einer Aufführung der Kunstgesellschaft Thun in der Aula Schönau in Steffisburg merkte ich schon auf der Rückfahrt nach Spiez: Au weia, auf dem Nebensitz fehlte die DVD für meine Tochter, die mir eine treue Seele am Ende der Vorstellung in die Hand gedrückt hatte! Schön eingepackt in Geschenkpapier! Meine gedanklichen Recherchen brachten rasch zutage: Ich hatte die DVD geistesabwesend aufs Autodach gelegt, wo sie während der Fahrt schnell mal abgerutscht sein muss. Kurz nach 7.30 Uhr am nächsten Tag fuhr ich wieder in Steffisburg ein – und siehe da, die DVD lag unversehrt auf dem Boden des Schulareals! Keine(r) hatte sie überfahren oder entwendet! Und wem danke ich dieses Mal? All den guten kleinen und grossen, sichtbaren und unsichtbaren Helferinnen und Helfern, die es mit den Vergesslichen gut meinen und ihnen mit dem Zaunpfahl schmunzelnd zuwinken: Ja ja, es weihnachtet doch schon sehr!s.peternell@bom.ch>

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