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Weidmannsheil im Büchergestell

Anna Hofer ist die neue Bibliothekarin in der Schweizerischen Jagdbibliothek auf Schloss Landshut. Sie möchte die Ausleihe bekannter machen. Vom Jagdlexikon bis hin zum Kochbuch von Benoit Violier ist hier alles zu finden.

Wörter wie Lauscher, Haarraubwild und Ansitz sind ihr so bekannt wie das Archivieren von Schriften: Anna Hofer, die neue Bibliothekarin der Jagdbibliothek auf Schloss Landshut, stammt aus einer Jägerfamilie. Seit dem 1.Januar wurde sie von ihrer Vorgängerin Marianne Blankenhorn eingearbeitet, nun steht sie jeden Mittwoch bereit, um Gäste zu empfangen und den Buchversand vorzubereiten. Die Bibliotheksräume direkt neben dem Schloss in Utzenstorf sind nur wenigen Leuten bekannt, und dies will Hofer ändern. «Wir haben wirklich eine breite Auswahl an Fachliteratur», sagt sie, «und es wäre schade, dies nicht zu nutzen.» Erläuterungen zum Jagdgesetz sind auf der Inventarliste ebenso aufgeführt wie Bücher über Jagdhunde, Jagdmusik, Jagdarten und Darstellungen der Jagdgeschichte. Selbst wer ein Buch über Vogelarten sucht, wird fündig, und wer einen Wildschweinbraten zubereiten will, kann sich ein Kochbuch ausleihen. Abschuss für Abschuss Ein Teil der Werke kennt Hofer schon, andere ist sie am Erkunden. Etwa das schwergewichtige Buch mit dem Titel «Unsere Badekur». Es ist eine Art Tagebuch von 1890, in Leder gebunden und mit einem Geweih und Knochenschnitzereien verziert. Für was der Titel «Badekur» steht, weiss Hofer nicht. Doch den Inhalt kennt sie bereits. Fein säuberlich ist hier aufgeführt, wer wie viele Schüsse abgegeben hat und welche Tiere getroffen wurden. Daneben sind Fotos von streng blickenden Herren zu finden. Aufgelockert wird das Ganze mit Verzierungen und Sprüchen. «Wie auch verwittert die Gestalt, ein Weidmanns Herz wird niemals alt», ist zu lesen, und man erahnt, dass zumindest der Verfasser des Buches eine romantische Ader hatte. Gerne zeigt Hofer auch das älteste Buch der Bibliothek. Es handelt sich um die Jägerordnung aus dem Alten Bern. Sie stammt aus dem Jahr 1742, also noch vor der Zeit der Französischen Revolution. Doch zumindest in einem Punkt hat die Verordnung an Aktualität nichts eingebüsst: Schon damals ärgerte man sich über Hundebesitzer, die ihre Vierbeiner nicht an die Leine nahmen. «Die Hunde der Landleuthe müssen in den Schonzeiten stets angebunden sein», heisst es da, und «werden sie dennoch jagend erwischt, gibt es neben der Busse ein Halteverbot». Auch neue Werke Hofer greift aber auch gerne nach den neueren Werken. Sie hat jährlich 2000 Franken für den Kauf von Neuerscheinungen zur Verfügung. Dazu kommen die Bücher, die der Schweizerischen Jagdgesellschaft von Verlagen gratis zugestellt werden. Diese Bücher müssen alle in der Datenbank erfasst und eingeordnet werden. Sechs Stunden pro Woche wird Hofer in der Bibliothek anwesend sein. Zusätzlich zu den regulären Öffnungszeiten an den Mittwochen – jeweils von 14 bis 17 Uhr – lassen sich telefonisch auch individuelle Besuche vereinbaren. Ursula GrütterWeitere Informationen sind im Internet unter www.jagdschweiz.ch abrufbar. Die Bibliothekarin ist unter der Nummer 079 4417230 erreichbar. >

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