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Tourismusförderung?

Vor einiger Zeit besuchten meine Frau und ich einmal mehr das Berner Oberland, parkierten in Brienz und warfen einen Franken in die Parkuhr. Diese begann zu arbeiten, kassierte den Franken, aber druckte keinen Parkzettel aus. Wir nahmen an, es liege ein Defekt vor, zumal auch andere Fahrzeuge ohne Parkzettel auf dem betreffenden Parkplatz standen. Es war nicht das erste Mal, dass eine Parkuhr ihren Dienst versagte, aber das erste Mal, dass wir nach der Rückkehr deswegen gebüsst wurden. Wir intervenierten schriftlich bei der Einwohnergemeinde Brienz und legten den Sachverhalt dar, mit der Frage, was wir in diesem Fall hätten tun sollen. Als Antwort wurden uns Standardbehauptungen aufgetischt, die mit dem Vorkommnis nichts zu tun haben, zum Beispiel, dass «leicht beschädigte Münzen ins Rückgabefach fallen», oder dass es zumutbar sei, «ein Ticket mit einer andern Münze anzufordern». Die absolut sichere Funktionstüchtigkeit der Brienzer Automaten wurde mit der Feststellung untermauert: «Vor jeder Parkkontrolle wird das einwandfreie Funktionieren des entsprechenden Parkautomaten geprüft», und dass «alle geparkten Fahrzeuge mit einem gültigen Parkschein versehen waren». In Brienz funktionieren eben die Parkuhren ausnahmslos und immer, und auch die Papierrollen gehen nie zu Ende. So wurden wir mittels Indizienbeweis der Lüge überführt. Es steht Aussage gegen Aussage, und weil die Parkuhr versagte, wurde uns unser Beweismittel vorenthalten. Da aber eine Behörde immer die höherrangige Wahrheit besitzt, blieb uns nichts anderes übrig, als die 40 Franken Busse zu bezahlen, in der Hoffnung, dass diese nach Abzug der Administrativkosten wenigstens der Tourismusförderung zugutekommt. Vielleicht wird Brienz dies eines Tages nötig haben. Wir wollen uns nicht mehr ärgern und werden in Zukunft einen Bogen um Brienz machen, obwohl uns Ähnliches andernorts auch passieren kann, Sturheit ist grenzenlos. Mathias ReichmuthKüssnacht Anmerkung der Redaktion: Der Leserbrief wurde dem Gemeinderat Brienz vorgelegt. Er verzichtet auf eine Stellungnahme. >

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