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Streit um Gleichstellung

Rückschlag für die grüne Vision der Gleichstellung: Die Delegierten weisen das Positionspapier zur Geschlechterdebatte zurück.

Das Positionspapier zur Gleichstellung und zwölf konkrete Forderungen erlitten an der Delegiertenversammlung der Grünen Schweiz mit 98 zu 48 Stimmen Schiffbruch. «Ein Gesamtkonzept und die innere Stringenz fehlen», kritisierte die Zürcher Grüne Jeanine Kosch. Weiter sei das Papier zu wenig lustvoll: Die positiven Veränderungen der letzten Jahre fehlten gänzlich. Das Positionspapier enthalte auch Positionen, welche nicht unbedingt grünen Standpunkten entsprächen, hagelte es weitere Kritik. Die Rückweisung zwingt die parteiinterne Arbeitsgruppe nun dazu, das Konzept komplett neu zu überdenken. «Schade, dass wir nun nicht wissen, wohin die Reise geht», sagte Therese Frösch, Berner Nationalrätin und Präsidentin der Arbeitsgruppe. Mit der Rückweisung hinfällig wurde die Polemik um einen umstrittenen Satz zur Beschneidung der Männer. Weil die Textpassage im Vorfeld der Delegiertenversammlung (DV) Polemik erzeugt hatte, wollte die Parteileitung die Passage streichen. Die Diskussion zeigte, dass nicht alle Grünen mit dem Fokus auf die Gleichstellung einverstanden sind. «Die Priorisierung auf die Gleichstellung kommt für uns zu früh», sagte etwa Philipp Schoch, Präsident der Grünen Baselland. Vergeblicher Appell Selbst Parteipräsident Ueli Leuenberger konnte die Delegierten nicht von der Dringlichkeit des Positionspapiers überzeugen. «Ich wünsche, dass die Debatte trotz einiger Unzufriedenheit und berechtigter Kritiken konstruktiv beginnen kann.» Auch für den eidgenössischen Wahlkampf erhoffe er sich frischen Wind von dem Thema. Es blieben nur noch 21 Monate bis zu den Wahlen, hielt Leuenberger fest. «Wir müssen mit guten Köpfen, insbesondere mit jungen Kolleginnen und Kollegen antreten», forderte er. sda >

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