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Steiniger Weg bis Unspunnen

InterlakenKann Peter Michel den Heimvorteil nutzen und den Unspunnenstein über die 4-Meter-Marke zum Sieg stossen? Der Weltrekordhalter ist motiviert und gut für das Unspunnen-Schwinget-Fest vorbereitet.

«Was ich für meine Form tun konnte, habe ich getan, und an Motivation fehlt es bestimmt nicht. Jetzt braucht es noch das nötige Wettkampfglück, ein Misstritt genügt und aus ist es», sagt Peter Michel aus Interlaken, als topgesetzter Steinstösser beim Unspunnen-Schwinget vom 3. und 4.September. Mit Respekt geht er an die schwergewichtige Aufgabe heran – der Stein, sein Sportgerät wiegt 83,5 Kilogramm –, seit fast zehn Jahren hat er ein Ziel vor Augen: Unspunnen. Dafür hat der Spitzensportler hart gearbeitet. Im Januar begann er mit dem Training im eigenen Kraftraum. Erst zwei-, dann dreimal die Woche mit schwerem Gewicht und seinem eigenen Unspunnenstein. Dieser sieht in seiner Art dem Original zum Verwechseln ähnlich und wiegt gleich viel. «Der Aufwand wird mit zunehmendem Alter grösser, und nur mit eiserner Disziplin und einem klaren Ziel vor Augen ist dies über lange Zeit zu schaffen», ist Peter Michel überzeugt. Denn schliesslich zählen für ihn auch noch andere Dinge: Die Familie und seine Schreinerei sind ihm mindestens so wichtig wie der Spitzensport. Klarer Favorit Als aktiver Turner beim Turnverein Interlaken hat Peter Michel schon in seiner Jugend mit Kugelstossen begonnen. Mit dem schweren Unspunnenstein ist er vor acht Jahren zum ersten Mal angetreten. Und nur zwei Jahre später erkämpfte er sich gegen die Routiniers am Unspunnenfest 2006 den 2.Platz. Schon damals wurde er als Favorit gehandelt, zu unrecht wie Peter Michel meint: «Mir fehlte noch die nötige Wettkampferfahrung, doch mit dem Platz auf dem Podest war ich mehr als zufrieden.» Dieses Jahr ist einiges anders. Nach Siegen an den Eidgenössischen Schwingfesten in Aarau und Frauenfeld und zahlreichen Erfolgen auch in anderen Gewichtsklassen – Peter Michel siegte in den letzten fünf Jahren bei 32 Wettkämpfen – gilt er klar als Favorit. Was ihm noch fehlt, ist ein Sieg am Unspunnenfest. «Jetzt gilt es die Gelegenheit zu packen, was die nächsten Jahre sportlich bringen, steht in den Sternen», sagt Peter Michel, mit 40 Jahren klar der älteste Spitzenathlet auf dem Platz. Welche Bedingungen am neuen Standort auf der Höhematte die Steinstösser antreffen werden, weiss auch Peter Michel nicht. Und an einen Heimvorteil glaubt er kaum. «Der Final in der grossen Arena wird bestimmt zu einem eindrücklichen Erlebnis für jeden Sportler», sagt Peter Michel. 22 gemeldete Athleten Doch spannende Kämpfe werden schon bei der Qualifikation am Sonntagmorgen zu sehen sein. Hier kann die individuelle Technik der 22 gemeldeten Athleten hautnah verfolgt werden. In drei Gruppen findet die Ausmarchung statt, die besten drei stehen im Final. «Hier sind die Bedingungen weit weniger optimal, immerhin hat man schon drei Stösse hinter sich», gibt Peter Michel zu bedenken. Peter Wenger>

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