Zum Hauptinhalt springen

Polizei will Bevölkerung einbinden

Der Kanton Bern soll zu einem der sichersten Kantone in der Schweiz werden. Dieses Ziel will Stefan Blättler, Chef der Kantonspolizei Bern, zusammen mit den Gemeinden erreichen. Es gibt noch viel zu tun: Die Zahl der Gewaltdelikte und Einbrüche hat in den letzten Jahren stark zugenommen.

«Die Sicherheit beginnt dort, wo die Menschen leben und wo sie arbeiten», sagt Stefan Blättler, Kommandant der Kantonspolizei Bern. Die Gemeinden seien die wichtigsten Partner der Polizei, also sollten dort strategische Schwerpunkte gesetzt werden. «Wir wollen die Bedürfnisse und Begehren der Gemeinden besser kennenlernen», sagt Blättler. Deshalb wurde nach der im August präsentierten nationalen Opferbefragung nun in zufällig ausgewählten Gemeinden im Kanton Bern eine Vertiefungsbefragung durchgeführt. Im Zentrum stand die Frage: Wie sicher fühlen sich die Einwohnerinnen und Einwohner in diesen Gemeinden? Wie wird die Polizeipräsenz wahrgenommen? «Das Ziel dieser kommunalen Vertiefungsstudien ist nicht ein Ranking der einzelnen Gemeinden; vielmehr sollen die lokalen Verbesserungspotenziale aufgezeigt werden», erklärt der Zürcher Strafrechtsprofessor Martin Killias, der die Studie durchgeführt hat. Zentral ist für Stefan Blättler, dass die Bevölkerung durch Dialoge und Besprechungen mit der Polizei einbezogen wird. Runde Tische sollen durchgeführt sowie die sozialen Medien und das Internet intensiv genutzt werden. Der Polizeichef will Netzwerke aufbauen und Polizisten in die von ihnen betreuten Gemeinden und Quartiere einbinden. Dieser Informationsaustausch soll kontinuierlich stattfinden. Die Absicht ist klar: Damit es gar nicht erst zu Problemen oder zur Eskalation kommt, soll die Polizei vorgängig intervenieren können. «Eine Gemeinde kann an uns gelangen, wenn sie mehr Ressourcen einkaufen will», betont Blättler. Diese polizeiliche Mehrleistung muss dann aber von der betreffenden Gemeinde bezahlt werden. Alle drei bis fünf Jahre will Polizeikommandant Blättler zusammen mit den Gemeinden eine gemeinsame Sicherheitsstrategie erarbeiten. Grundlage dafür soll eine periodisch durchzuführende Bevölkerungsbefragung, eine Sicherheitsdiagnose der Polizei und ein Sicherheitskonzept unter Führung der Gemeinden bilden. Mindestens quartalsweise wird eine Standortbestimmung ins Auge gefasst. Handlungsbedarf besteht: Die aktuelle Umfrage in den Berner Gemeinden brachte nämlich an den Tag, dass hier das Unsicherheitsgefühl höher ist als im Schweizer Durchschnitt. Immerhin ist die Zufriedenheit mit der Arbeit der Kantonspolizei Bern sehr gross. Urs Egli>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch