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Mit viel Energie für die Umwelt

Regula Furrer Giezendanner (Forum) kämpft um das Gemeinderatspräsidium von Fraubrunnen. In der «Bundesratsstube» im Restaurant Löwen sprach

«Sogar das Bild von Frau Kopp hängt wieder an der Wand», sagt Regula Furrer, als sie die «Bundesratsstube» im Restaurant Löwen betritt. Angeblich soll die FDP-Bundesrätin in der populären Stube des Fraubrunner Gasthofs, wo an den getäferten Wänden Schwarzweissporträts von Bundesräten hängen, während einiger Zeit gefehlt haben. «Natürlich hat es mit meinem beruflichen Hintergrund zu tun, dass mir gerade das Bild von Frau Kopp auffällt», sagt die zweifache Mutter. Seit acht Jahren arbeitet Furrer als Geschäftsführerin der Frauenzentrale BE, einer offenen und unabhängigen Anlauf- und Informationsstelle für alle Fragen, die Frauen betreffen. Das Kerngeschäft der Frauenzentrale ist die Rechts-, Budget- oder Vorsorgeberatung für Männer und Frauen und das Alimenteninkasso, aber auch der Einsatz für die berufliche und gesellschaftliche Gleichstellung der Frau gehört zu ihren Anliegen. «Wir sind keine Gleichschaltungsstelle», betont die gelernte Gymnasiallehrerin. Vielmehr gehe es der Frauenzentrale um eine gerechte und angemessene Behandlung beider Geschlechter. Die Pfadfinderin Furrers Sensibilisierung für Frauenanliegen begann nicht etwa im Elternhaus, sondern in der Pfadi. «Zu Hause war Gleichberechtigung nie ein Gesprächsthema, es wurde einfach danach gelebt.» In der Pfadi hingegen sei dies nicht immer der Fall gewesen. Als Bundesführerin der Pfadibewegung Schweiz setzte sich Furrer Ende der 80er- und Anfang der 90er-Jahre für ihre Kameradinnen ein. «Es war mir wichtig, dass die Pfadi auch für Mädchen ein attraktiver Verein ist», so Furrer. Nicht nur in Frauenfragen habe sie die Pfadi politisch geprägt: «In den 80er- und 90er-Jahren wurde der Naturaspekt in der Pfadi sehr stark gewichtet. Wir wollten als weltweiter Verband etwas zum Umweltbewusstsein beitragen», erinnert sich Furrer. Gerade die Pfadi-Frauen seien zudem auch in Gesellschaftsfragen eher links eingestellt. Eine konservative Gruppierung sei die Pfadi schon lange nicht mehr. «Viel Konservatives ging in den 80er-Jahren verloren.» Getreu den Pfadfindergewohnheiten verbringt Furrer immer noch viel Zeit in der freien Natur. Sie ist oft mit dem Velo unterwegs und besitzt kein Auto. In der Abteilung Schekka, Jegenstorf, ist die 47-Jährige heute im Elternrat aktiv. Die Vereinsfrau Vor rund fünfzehn Jahren ist Furrer mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern aus Bern nach Fraubrunnen gezogen. In ihrer Wohngemeinde hat sie sich gleich von Anfang an stark engagiert. «Gesellschaftliches Engagement ist mir wichtig.» So ist sie zum Beispiel im Damenturnverein (DTV) und im Badiverein aktiv. Sie ist auch Mitglied im Schlossverein. Dieser organisiert unter anderem kulturelle Veranstaltungen im Schlosskeller von Fraubrunnen. «Ich finde, es ist ein Stück Lebensqualität in Fraubrunnen, wenn Künstler wie Andreas Thiel in unserer Gemeinde auftreten.» Um ihre eigene Lebensqualität zu verbessern und gesund zu bleiben, trainiert sie im DTV. «Es ist aber nicht nur das Turnen, sondern es sind vor allem die Kontakte mit den anderen Frauen, die ich im DTV schätze.» Dort diskutiert sie auch über andere Themen oder Inhalte und lernt dabei Menschen und Meinungen kennen, die sie in ihrem Berufsleben nicht antrifft. Die Politikerin Seit vier Jahren ist Regula Furrer für das Forum im Gemeinderat. Sie führt das Ressort Gemeindebetriebe und Umweltschutz. «In Sachen Umweltschutz hat sich in Fraubrunnen in den letzten Jahren viel getan», sagt Furrer. So ist das Schulhaus jetzt mit einer Wärmepumpe ausgerüstet, oder das «Kibitz»-Projekt – eine Schutzzone für Vögel auf einer Fläche von etwa fünf Hektaren – konnte abgeschlossen werden. «Viele Familien gehen dort mit ihren Kindern spazieren, um die Vögel zu beobachten.» Gerne würde Furrer in Fraubrunnen in Sachen Umweltschutz noch einen Schritt weiter gehen und die Zertifizierung als Energiestadt anstreben. Dadurch würde Fraubrunnen bewusster mit Energie umgehen, so Furrer. «Vorsichtig optimistisch» Ihre Aktivitäten in den Fraubrunner Vereinen kommen ihr auch bei ihrer politischen Arbeit zugute, ist sie überzeugt. «Dadurch bin ich im Dorf gut vernetzt und kenne auch die Anliegen der Bevölkerung». Was ihre Wahlchancen betrifft, so zeigt sich Furrer «vorsichtig optimistisch». Aber: «Es ist eine Personenwahl. Da ist es ganz schwierig, Prognosen zu stellen.» Ralph Heiniger>

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