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Léonie Müller gibt Präsidium ab

SaanenIn der Freiwilligenarbeit bewegte Léonie Müller vieles. Spontan agieren und zusammen mit dem Vorstand Ideen verwirklichen – dies prägte ihre Amtszeit als

Im weissen Poloshirt und blauen Halstuch, mit wachem Blick und Händen, die anpacken wollen – so kennt das Saanenland Léonie Müller. Mit viel Herzblut leitet die 61-Jährige den Gemeinnützigen Frauenverein Saanen. Infolge Amtszeitbeschränkung übergibt die Präsidentin nach zwölf Jahren ihre Aufgabe an Elsbeth Aegerter. «Ich war unsicher, ob ich wegen des Todesfalls unseres Sohnes Kraft für das Amt hätte», beschreibt Léonie Müller ihre Entscheidung im Sommer 1999. Auf einem Spaziergang mit ihrem Hund kam es zur Begegnung mit einer befreundeten Hundehalterin. «Die spätere Vizepräsidentin bot mir an, mich im Notfall zu vertreten», erzählt Léonie Müller. Dies habe sie motiviert, Präsidentin des lokalen Frauenvereins mit 1001 Mitgliedern zu werden. Die Hunde bekamen zur Belohnung einen Knochen und Léonie Müller die Kraft, in den kommenden Jahren an keiner Sitzung oder Versammlung zu fehlen. Spontan anpacken «Wir übernehmen viele Aufgaben, die durch bezahlte Leute gar nicht gemacht werden könnten», sagt die gebürtige Saanerin. Sie freut sich über das Potenzial an Ideen, Kreativität und Flexibilität des 20-köpfigen Vorstands. «An den Sitzungen kommen viele gute Ideen, die wir innert kurzer Zeit unbürokratisch umsetzen», beschreibt die Präsidentin das Vorgehen. So initiierte der Frauenverein an der Gstaader Messe eine Tombola. Mit attraktiven Preisen aus der Bevölkerung erwirtschafteten sie einen Gewinn, womit sie Behinderten Skifahren, Massagen oder Reiten ermöglichen. «Dank dem Tandem-Ski kann eine Mutter mit Multipler Sklerose mit ihren Kindern wieder auf die Piste», freut sich Léonie Müller. Ein offenes Ohr für alle Als Präsidentin bekam die gelernte Sportartikelverkäuferin, Wirtin und Skilehrerin Telefonanrufe zu allen möglichen Themen. «Ich vereinbarte stellvertretend Coiffeurtermine oder vermittelte den Kontakt zur unentgeltlichen Rechtsberatung», so Müller. Sie hatte ein Ohr für Probleme von Jung und Alt. Es freute sie, wenn jemand «wieder etwas positiver in die Welt blickte. Verhandlungsgeschick zeigte die Saanerin auch, als es um die Suche eines neuen Standortes für die Brockenstube ging. Sie sorgte dafür, dass die bisherigen Nutzer der Baracke andere Möglichkeiten fanden. «Für eine Kindertagesstätte hätte eine prominente Persönlichkeit Defizitgarantie geleistet», sagt die Präsidentin zu einem aktuellen Anliegen. Leider konnte zu diesem Zeitpunkt kein geeignetes Lokal gefunden werden. «Viele Chaletgäste beschenken uns mit Gaben für Anlässe und die Brockenstube», beschreibt Léonie Müller den Kontakt zu Gästen aus aller Welt. Eine Gastfamilie pflegt aufgrund ihrer Vermittlung den Kontakt zu einer Bergbauernfamilie. An Weihnachten bringen diese jeweils einen Truthahn und für die Kinder Kleidung und Spielzeug vorbei. Besonders berührte die Saanerin die Begegnung mit Frauen aus Rumänien, die der Frauenverein mit Tischtüchern, Gläsern und Besteck unterstützte. Die Rumäninnen richteten damit ihr Kulturhaus gemütlich ein. «Bei einem Besuch überraschten uns die Frauen mit einer handgefertigten Seidenfahne mit unserem Logo», erzählt die Präsidentin sichtlich gerührt. Diese Fahne wird weiterhin die Anlässe begleiten und Léonie Müller im Hintergrund weiter in der Freiwilligenarbeit tätig sein. Susi Heiniger>

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