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Lehrlinge als Botschafter der Energie

HinterkappelenVon der Fussball-WM bis zum Zentrum Paul Klee – seit hundert Jahren spielt die Gfeller Elektro AG eine wichtige Rolle in der Berner Elektronik- und Telekommunikationsbranche. Zum Jubiläum schickt sie Energiebotschafter in Wohlens Häuser.

Es sind turbulente hundert Jahre, welche die Gfeller Elektro AG hinter sich hat. 1911 erwarb der Mechaniker Christian Gfeller die Konzession für elektrische Hausinstallationen – gestern nun feierte die Firma am Hauptsitz in Hinterkappelen das runde Jubiläum. Dazwischen zeichnete das Berner Unternehmen für die Kommunikation an der Fussballweltmeisterschaft 1954 in Bern verantwortlich, baute an den Schweizer Botschaften in Moskau, Khartum sowie Sarajewo mit und vollendete schliesslich das Zentrum Paul Klee. Die Firmenchronik als Krimi«Die Chronik liest sich wie ein Krimi», sagt der heutige Verwaltungsratspräsident Urs Jost. Er hatte die Firma 1994 aus der Abhängigkeit der Ascom befreit: Zusammen mit Hans-Rudolf Wiederkehr kaufte der damalige Verwaltungsrat alle Aktien der Tochterfirma und machte Gfeller wieder zum Familienunternehmen. «Die Ascom war damals ein unorganisierter Haufen», sagt Jost heute. Der Berner Telekommunikationsriese entstand 1987 aus dem Zusammenschluss der Hasler Holding AG , der Zellweger Telecommunications AG und der Autophon Holding AG. Letztere hatte das Berner Pionierunternehmen Gfeller bereits 1984 übernommen. Erst als sich die Gfeller AG aus der unübersichtlichen Holding mit 14000 Mitarbeitern befreit hatte, ging es wieder aufwärts. Was vor hundert Jahren mit etwas Handwerkzeug und einer Drehbank begann, ist heute ein modernes Unternehmen mit 122 Mitarbeitenden. Botschafter für Wohlen Zum 100-Jahr-Jubiläum macht sich die Gfeller AG selbst gleich mehrere Geschenke: Zum einen sollen die 22 Lehrlinge künftig als Energiebotschafter das Bewusstsein für den Stromverbrauch erhöhen und erneuerbare Energien fördern. Konkret sieht das so aus: Sie überprüfen bestehende Elektroinstallationen, Haustechnik sowie Geräteausstattungen auf den Stromverbrauch hin, um Verbesserungspotenzial zu finden. In einer ersten Phase optimieren die Lehrlinge die Haushalte der eigenen Familien, dann diejenigen von Verwandten und Bekannten – und schliesslich der ganzen Gemeinde Wohlen. «Das ist ein grossartiges Projekt für uns», sagte Gemeindepräsident Eduard Knecht anlässlich der Jubiläumsfeier. Das zweite und dritte Geschenk für die Gfeller AG sind Fotovoltaikanlagen. Die eine soll auf der Bushaltestelle vor der Türe des Firmensitzes der Gfeller Elektro AG entstehen. Ein Versuch, der Schule machen könnte, so Geschäftsführer Andreas Jost. Die andere Anlage werden die Lernenden als Eigenleistung auf dem Dach der neuen Lagerhalle errichten. Bereits Anfang Juni, so der ehrgeizige Plan, soll der Gfeller-Strom in das Netz der BKW eingespeist werden. Damit dürfte der Gfeller AG auch in den nächsten hundert Jahren der Strom nicht ausgehen. Christian Zeier>

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