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Kleinaktionäre kritisieren den Verwaltungsrat

An der Versammlung der Bergbahnen Destination Gstaad AG führten die Jahresrechnung 2009/2010 – beispielsweise der Bilanz-Verlust in der Höhe von 316 000 Franken – sowie die Behandlung der Kleinaktionäre zu Diskussionen.

Nur 65 der rund 6000 Aktionäre der Bergbahnen Destination Gstaad (BDG AG) trafen sich an der Generalversammlung in Schönried: Da unter den Anwesenden die Vertreter der drei aktienstärksten Gemeinden Saanen (31,69 Prozent), Rougemont (11,08 Prozent)und Zweisimmen (9,19 Prozent) waren, belief sich der Aktienanteil trotzdem auf 59.3 Prozent. Der Präsident der BDG, Richard Kummrow, fasste das vergangene Jahr zusammen, zeigte die Projekte auf und machte einen Ausblick: «Auf den ersten Blick verlief die vergangene Saison aus wirtschaftlicher Sicht für die BDG AG vielleicht enttäuschend. Bei genauerer Betrachtung stellt sich heraus, dass wohl ein ernsthaftes Krisenjahr entstanden wäre, wenn die BDG AG in den letzten Jahren nicht gezielt und massiv Beschneiungsanlagen, Pistenaufbereitungen und Transportanlagen ausgebaut hätte.» Die Erfolgsrechnung schliesse plangemäss weiterhin ungenügend. «Der Betriebserfolg liegt trotz gesunkenem Verkehrsertrag über dem geplanten Wert, hingegen sind Cashflow, Jahresergebnis und Eigenfinanzierungsgrad hinter die Planwerte gefallen – dies vor allem wegen der beschleunigten Investitionstätigkeit.» Suboptimaler Winter Bahndirektor Armon Cantieni beschrieb den Winter 2009/2010 als suboptimal. Später Schneefall und warme Temperaturen seien mitschuldig gewesen. Im Geschäftsjahr 2009/2010 wies das Unternehmen Erträge von 24.3 Millionen Franken auf. Diesen stehen Aufwendungen in der Höhe von 21,6 Millionen Franken gegenüber. Im Rekordjahr 2008/2009 beliefen sich die Erträge auf 27,5 und die Aufwendungen auf 22.3 Millionen Franken. Die Frequenzen des aktuellen Geschäftsjahres sanken in der Sommersaison um 0,9 Prozent und in der Wintersaison um 12,9 Prozent. «Der Bilanz-Verlust in der Höhe von 316000 Franken ist unbefriedigend, gegenüber dem Vorjahr ist jedoch eine Verbesserung festzuhalten», so Armon Cantieni. Aus diesem Grund kündigte er an, im kommenden Jahr die BDG AG einem rigorosen Sparkurs zu unterwerfen. Das Projekt Konzentration hingegen schreite rascher voran als geplant. Voten aus dem Publikum Nachdem der Jahresbericht 2009/2010 einstimmig angenommen wurde, regte sich nach der Präsentation der Jahresrechnung Unmut im Publikum: Die im Vorwort des Geschäftsberichtes von Richard Kummrow erwähnte gute Verankerung der BDG AG in der Bevölkerung, schien fraglich. Ein Aktionär fragte beispielsweise, weshalb die BDG schon wieder einen Bilanzverlust in der Höhe von 316000 Franken zu verzeichnen hätte, wo doch eine AG Gewinn erzielen sollte und keine Geldvernichtungsmaschine sei. Der Präsident antwortete, dass sie Erfolgsabsichten hätten, jedoch der Schneesport momentan nicht so hoch im Kurs sei, die Preise der Billete wohl zu niedrig und die Dauer der Wintersaison naturgemäss zu kurz. «Zudem sind nicht nur Erträge und Gewinne wichtig, sondern auch Kosteneinsparungen», ergänzte Armon Cantieni. Die Stimmen aus dem Publikum kritisierten nebst der Wirtschaftlichkeit auch die verschwiegenen Personalkosten im Geschäftsbericht, den zu hohen Gastroaufwand, die Unterschreitung der Kennzahlen nach Benchmark, die Kostenentwicklung, die Abschreibungspraxis, die Kreditwürdigkeit sowie die ausserordentlichen Erträge. Der Verwaltungsrat nahm diese Voten zur Kenntnis und äusserte dazu seine Sicht der Dinge: «Mit dem Benchmark muss man sehr vorsichtig umgehen», meinte Richard Kummrow. «Wir haben eine intensive Investitionstätigkeit hinter uns. Da muss der Wert des Benchmarks automatisch sinken.» Zudem habe manBetriebskosten eingespart und 220 neue Beschneiungsgeräte installiert. Die BDG habe kein Kreditproblem bei den Geldgebern und im laufenden Geschäftsjahr Zusprachen von 23 Millionen Franken erhalten. Zur Kritik, dass der Geschäftsbericht nicht transparent sei und falsche Informationen enthalte, äusserte der Präsident, dass man bei einigen Beispielen – damit der Geschäftsbericht nicht noch länger werde – «unter anderem» geschrieben habe, was nicht heisse, dass man falsch kommuniziere, sondern ein Beispiel herauspicke. Einladung gewünscht «Die Schützenhilfe der Gemeinde Saanen führt dazu, dass der Verwaltungsrat der BDG AG die Bodenhaftung verliert», äusserte sich ein Aktionär aus Schönried. «Die Gemeinde Saanen hat ihre Verantwortung als Mehrheitsaktionärin nicht wahrgenommen.» Zudem: Das Nichtvorhandensein eines Mikrofons für Wortmeldungen verdeutliche, dass die Kleinaktionäre nicht gehört werden wollen. «Nicht einmal eine Einladung und den Geschäftsbericht hat man uns zugeschickt», ärgerte sich ein Aktionär aus Bern. Die BDG AG würde die Kleinaktionäre übergehen und respektlos behandeln. «Wir haben die Einladung mit der Traktandenliste in den üblichen Printmedien publiziert und verzichteten auf eine persönliche Einladung der 6000 Aktionäre», erklärte der Präsident. Ein zukünftiger Versand sei eine Überlegung wert. Luzia Kunz >

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