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Kindermusical als Maturarbeit

Langenthal133 Gymnasiasten und Fachmittelschüler haben gestern am Gymnasium Oberaargau ihre Maturarbeiten und ihre selbstständigen Arbeiten präsentiert.

Ein blechernes, von Efeu umranktes Herz mit der Aufschrift «Willkommen» ziert den Eingangsbereich des Gymnasiums Oberaargau. Das Herz hat etwas Zeitloses, wirkt beruhigend, bildet einen krassen Gegensatz zu dem, was Eltern und Geschwister der Gymnasiasten und Fachmittelschüler nur ein Stockwerk höher erwartet. Riesige Themenvielfalt Im Gang vor den Zimmern, in denen die alljährlichen Maturarbeiten und die selbstständigen Arbeiten der Fachmittelschule (FMS) präsentiert werden, herrscht ein wildes Durcheinander. Gymnasiasten und Fachmittelschüler gehen nervös auf und ab. Letzte aufmunternde Zusprüche werden ausgetauscht, bevor mit dem Läuten der Schulglocke der Ernst des Tages beginnt. 133 Gymnasiasten und Fachmittelschüler zeigten gestern am Gymnasium Oberaargau ihre Maturarbeiten und ihre selbstständigen Arbeiten der FMS. Das Einzige, was die Präsentationen gemeinsam hatten, war die Tatsache, dass das Thema von den jeweiligen Schülern selbst gewählt werden konnte. So waren die Arbeiten fast so verschieden wie die Schüler, die sie präsentierten. In der Theorie zwar alles entweder wissenschaftliche Analysen, textvergleichende Abhandlungen oder produktorientierte Arbeiten, waren die Arbeiten in der Praxis ein Spiegelbild der Schülerinteressen. Titel wie «Sind Schweizer Banknoten die sichersten der Welt?» oder «Herstellung eines Raumsprays» zeigten auf, dass die alljährlichen Arbeiten für die Schüler nicht nur eine Übung, sondern auch die Verfolgung eigener Interessen bedeuten. Eine von vielen, die mit ihrer Maturarbeit ihr Hobby auslebten, ist Stefanie Baltisberger. Die 19-jährige Gymnasiastin, die neben Geige und Klavier auch noch Gitarre spielt, präsentierte gestern eine der aufwendigsten Maturarbeiten: das Kindermusical «Die bunte Flaschenpost». Das Musical, bestehend aus Geige-, Klavier-, Gitarre- und Gesangsstimme, entstand aus Leidenschaft der Gymnasiastin zur Musik und zu Kindern. «Ich habe viel Geduld gebraucht, bis alles fertig war», sagte Stefanie Baltisberger. Dennoch habe sich mit der Uraufführung des Musicals in einem Kindergarten in Langenthal die Arbeit gelohnt: «Kinderfreude ist die schönste Freude.» «Ausserordentliche Qualität» Nicht nur die Schüler selbst, sondern auch Rektor Thomas Multerer zog nach den Präsentationen eine positive Bilanz: «Die Präsentationen waren heuer von ausserordentlich guter Qualität. Hatten vor zehn Jahren noch die meisten Stichwortkärtchen in den Händen gehalten, führten jetzt schon fast alle ihre Präsentation völlig frei durch.» Nach den öffentlichen Präsentationen strömen die Schüler, ohne das Blechherz zu beachten, zum Ausgang. Zu Hause gilt es nun, weiter zu lernen, noch ist es ein Wegstück bis zur Matur. Silvan Aeschlimann >

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