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Kehrichtsack-«Sünder» sind nach Überprüfung ermittelt

Unterseen In der ersten Maiwoche wurde im ganzen Gemeindegebiet kontrolliert, ob die Kehrichtsäcke reglementsgemäss erst am Abfuhrtag an den Strassenrand gestellt wurden. Nun liegt die Auswertung vor: 85 zu früh abgestellte Säcke wurden eingesammelt, 39 davon konnten «Fehlbaren» zugeordnet werden.

Die Baukommission hatte es im Anzeiger angekündigt und der «Berner Oberländer» am 27.April darüber berichtet: «Widerrechtlich und zu Unzeiten deponierte Gebinde und Abfälle werden eingesammelt und kontrolliert.» Die Baukommission tat dies im Einklang mit Artikel 1 des Abfallreglements: «Die Gemeinde überwacht auf dem gesamten Gemeindegebiet die Entsorgung der Abfälle aller Art.» Und in Artikel 20 steht: «Säcke und Gebinde dürfen erst am Abfuhrtag bereitgestellt werden.» Bauverwalter Hansueli Schori begründete die Aktion damit, dass «in letzter Zeit wieder vermehrt Verstösse gegen das Abfallreglement festgestellt wurden und wir auch aus der Bevölkerung Reklamationen erhalten haben». 89 Säcke eingesammelt Werkhofchef Erich Zurbuchen und seinen Mitarbeitern blieb die undankbare Aufgabe, während einer Woche die zu früh an den Strassenrand gestellten Säcke einzusammeln. Sie taten es jeweils zwischen 18 und 20.30 Uhr. Trafen sie eine widerrechtliche Situation an, wurde sie fotografiert und der Abfallsack mitgenommen. Dessen Inhalt wurde dann untersucht, um den «Sünder» zu eruieren. Beim Einsammeln der Säcke bekamen die Werkhofleute einige Kommentare zu hören. Der häufigste Spruch: «Heit der eigentlich nüt anders z tüe?» Wie die Auswertung der Aktion nun zeigt, konnten 39 der 85 Säcke jemandem zugeordnet werden. Diese erhielten in der Zwischenzeit vom Polizeiinspektorat einen Brief, in dem ihnen mitgeteilt wurde, dass sie mit der vorzeitigen Bereitstellung gegen Artikel 20, Absatz 1 des Kehrichtreglements verstossen hätten: «Säcke und Gebinde dürfen erst am Abfuhrtag bereitgestellt werden (gemäss Abfallkalender 2011 vor 7 Uhr).» Und weiter stand im Schreiben: «Aus diesem Grund wurde gegen Sie Strafanzeige erhoben. In Anlehnung an die Kantonale Ordnungsbussenverordnung (KOBV) haben Sie mit einer Busse von 60 Fr. (plus 40 Fr. Verwaltungsaufwand/Spesen) zu rechnen.» Wer einen solchen Brief erhielt, konnte bis am 27.Juni die Beweismittel einsehen und zum Sachverhalt schriftlich Stellung nehmen. Abenteuerliche Ausreden Die schriftlich geäusserten Antworten fielen unterschiedlich aus. «Es gab solche, die es richtig finden, dass für Ordnung gesorgt wird», verrät Hansueli Schori. Andere bedauerten, unwissentlich gegen das Reglement verstossen zu haben, und gelobten Besserung. Etliche zeigten sich erstaunt über das Vorgehen, hätten vor der Androhung einer Busse eine Verwarnung erwartet. «Denkt doch an die alten Leute», wurde etwa auch moniert. Aber gerade die bereiten keine Sorgen. «Nur vier Leute, denen ein zu früh bereitgestellter Sack zugeordnet werden konnte, waren älter als 65», erklärt Erich Zurbuchen. «Und dann warteten einige noch mit wirklich abenteuerlichen Ausreden auf», schmunzelt der Bauverwalter. Es wurde auch die Frage gestellt, warum denn in Unterseen bereits morgens um 7 Uhr mit der Abfuhr begonnen werde. «Die mit der Abfuhr betraute Transportfirma ist auch in andern Orten an der Arbeit, die Zeiten müssen aufeinander abgestimmt werden, die Ruhezeit der Chauffeure ist zu beachten», erklärt Werkhofchef Erich Zurbuchen. Im Stedtli könne auch nicht zuerst in Industrie- und dann in Wohnquartieren abgeführt werden, weil es schlicht und einfach kein Industriequartier gebe. «Wenn wir später mit der Abfuhr beginnen würden, müssten zwei Wagen unterwegs sein, was zu höheren Kosten führen würde», stellt Zurbuchen fest. Die frühe Abfuhr habe auch die positive Folge, dass die Kehrichtsäcke bis spätestens am Mittag von den Strassenrändern verschwunden sei. Was nun? Die Auswertung der Kontrollen wird nun der Baukommission unterbreitet. «Und dann muss der Gemeinderat definitiv entscheiden, ob die Bussen ausgesprochen werden oder man es bei einer Verwarnung bleiben lassen will», erklärt Bauverwalter Schori.Ueli Flück>

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