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I st das Opfer ausgestiegen?

Die Ursache des Rodelbahnunglücks auf der Heimwehfluh ist weiter ungeklärt. Geschäftsführer David Tschanz vermutet weiterhin, dass

Gestern Dienstag, einen Tag nach dem tragischen Unfall auf der Rodelbahn Heimwehfluh, blieb die Anlage geschlossen. Gäste besuchen andere Attraktionen auf dem Ausflugsberg, etwa die Modelleisenbahnanlage. Nach dem Unglück (siehe Ausgabe von gestern) denkt Geschäftsführer David Tschanz weiter an die 26-jährige Frau aus Pakistan, die beim Unfall ihr Leben verlor. «Ich habe mit dem Ehemann gesprochen, der mit dem Kind vergeblich auf seine Frau wartete», sagt Tschanz leise. Es sei furchtbar gewesen. Ein Indiz? Doch Tschanz ist immer noch überzeugt, dass die Frau nicht aus der Bahn gefallen ist. Rollen verhinderten, dass der Wagen entgleisen könne. Auch der Beckengurt – ähnlich dem etwa im Flugzeug – sei unbeschädigt gewesen. Er bleibt bei seiner bereits geäusserten Vermutung: «Die Touristin hat offenbar mitten auf der Strecke angehalten und ist ausgestiegen, vielleicht aus Angst.» Möglicherweise sei sie zu Fuss abgestiegen und sei im unwegsamen Gelände verunfallt: Denn sie trug ein langes Kleid und leichtes Schuhwerk, ungünstig für das zerklüftete Gelände. Ein weiteres Indiz, das gegen ein Herausfallen spricht: «Der Rucksack der Frau war fein säuberlich im Gelände deponiert, das wäre bei einem Sturz vom Rodel sicher nicht der Fall gewesen.» Die Polizei habe beim Rodel der Frau keine Mängel festgestellt, so Tschanz. Der Schlitten werde wieder im Einsatz sein, wenn die Rodelbahn offen ist. «Die Bahn hat in den neun Jahren ihres Bestehens Hunderttausende von Rodlern transportiert, ohne Zwischenfälle.» Kleine Rempler zwischen einzelnen Wagen kämen wie bei ähnlichen Bahnen aber vor. Er verweist auf die Sicherheitsstandards der Rodelbahn. Unfall am Oeschinensee David Tschanz selber hatte mit anderen Rodelbahnen auch schon schmerzhafte Erfahrungen gemacht: «Am Oeschinensee ist ein junger Mann mit vollem Tempo in mich hineingerast, ich musste im Spital behandelt werden.» Noch heute spüre er die Blessuren von damals. Er sei mitsamt dem Rodel aus der Bahn geschleudert worden. Ärger über TÜV-Test Geärgert hatte ihn ein Test des deutschen TÜV vor einem Jahr, welcher der Heimwehfluh ein «ungenügend» attestiert hatte. Die Bahn in Kandersteg erhielt dagegen ein «gut». Das sei schwierig miteinander zu vergleichen, so Tschanz, da sich die beiden Systeme unterscheiden würden: Die Bahn auf der Heimwehfluh laufe fest auf einem Metallrohr, bei anderen würden die Schlitten lose in einem Metallkanal gleiten. Solche gibt es auf der Pfingstegg in Grindelwald und am Oeschinensee in Kandersteg. Anders als in Deutschland und Österreich müssen Rodelbahnen in der Schweiz nicht jedes Jahr von einer unabhängigen Stelle geprüft werden, denn eine solche Stelle fehle schlichtweg. Auf der Heimwehfluh werde die Bahn nach den Vorgaben des Herstellers gewartet und überprüft, sagt Tschanz. Die Betriebsbewilligung erteilt das Bundesamt für Bahnen. Gemäss Polizei wird die Unfallursache noch ermittelt. Nicht kommentiert wurden die Aussagen zum Unfallhergang von David Tschanz. Fritz Lehmann>

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