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Gericht verurteilt Türsteher

RegionalgerichtDie an den Schlägereien am Mattenhof in Interlaken in der Silvesternacht 2009/2010 beteiligten Türsteher und Gäste wurden gestern verurteilt.

Drei Türsteher und zwei Gäste mussten sich vorgestern und gestern vor dem Regionalgericht in Thun unter anderem wegen Angriffs und Raufhandels verantworten. Gestern berichtete diese Zeitung von der Verhandlung über die Schlägerei, die sich vor eineinhalb Jahren im Hotel Mattenhof zugetragen hatte. Der Auslöser für die Eskalation war mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Missverständnis, weil ein Gast mit einem Besen vor einem Sicherheitsangestellten herumalberte, wie er behauptete. Der Türsteher sagte jedoch, dies sei als Angriff verstanden worden, auch Zeugen teilten dessen Eindruck. Ein Kollege war auch dieser Ansicht und versetzte dem Gast, der den Besen hatte, einen Faustschlag an den Kopf, worauf laut Zeugenaussagen ein massives Handgemenge stattfand. Dabei kam es zu Blutergüssen bei den Beteiligten und zur Beschädigung der Einrichtung. Die Schlägerei wurde durch den Einsatz von Pfefferspray durch einen Unbekannten beendet. Als sich einer der beteiligten Gäste mit seiner Begleitung entfernen wollte, sollen ihn jedoch die Türsteher auf dem Parkplatz der Eishalle noch eingeholt und laut einer Zeugenaussage auf ihn eingeschlagen haben. Die drei derart Angeschuldigten behaupteten aber, sie hätten den Fliehenden lediglich zurückhalten wollen, um die Personalien zu verlan-gen, worauf dieser sie angegrif-fen habe, weshalb sie sich auch unter Einsatz von Pfefferspray wehrten. Mangelhafte Organisation? Der Verteidiger des einen Party-gastes machte den Türstehern Vorwürfe. Aus seiner Sicht löse gut ausgebildetes Sicherheitspersonal Konflikte nicht auf diese Weise. Der Faustschlag seitens des einen Türstehers sei unnötig gewesen. Er zitierte aus den Anzeigen der Polizei: «Die hiesige Polizei musste schon diverse Male zum Mattenhof ausrücken, weil sich Gäste beklagt hatten über das unverhältnismässige und harte Vorgehen der Securitys», heisst es da unter anderem. Die Türsteher, die von einer privaten Sicherheitsfirma angestellt waren, machten selbst die Aussage: «Wir waren mit der ganzen Situation überfordert und sehr angespannt», sagte einer. Es seien bloss vier bis fünf Securitys für Hunderte von Gästen zuständig gewesen. Im Eingangsbereich habe es zudem viele betrunkene und pöbelnde Gäste gehabt. Alle Angeklagten verurteilt Wegen Raufhandels wurden vier der Angeklagten für schuldig befunden. Der eine Türsteher sei zum Zeitpunkt des Raufhandels nachweislich nicht vor Ort gewesen und wurde in diesem Punkt freigesprochen. Wegen Angriffs auf die beiden Gäste beim zweiten Zwischenfall auf dem Parkplatz wurden alle drei Türsteher für schuldig erklärt. Der Gerichtspräsident Peter Moser stellte dabei unter Berücksichtigung aller Umstände auch auf die oben erwähnte Zeugenaussage ab. Alle Angeklagten wurden jeweils zu Geldstrafen von 10 bis zu 52 Tagessätzen, meistens bedingt, verurteilt. Wassilissa Burger >

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