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Gemeinderat Jakob B. vor Rücktritt

AarwangenTritt er wegen des Griffs in die Kasse seiner Mündel zurück? Gestern Abend hatte SVP-Gemeinderat Jakob B. ein Treffen mit der Parteispitze. Der Druck auf ihn wächst. Ihm droht sogar der Parteiausschluss.

Der Aarwanger SVP-Gemeinderat Jakob B., der als Vormund mindestens 36000 Franken Mündelgelder veruntreut haben soll, musste gestern Abend bei der örtlichen Parteispitze antraben. Er hatte ein Treffen mit Präsident Hans Bigler. Dieser sagte, es habe keinen Sinn mehr zu warten. «Wir müssen handeln. Je länger wir warten, desto schlimmer wird es.» Eine gute Gelegenheit für den Rücktritt als Gemeinderat bietet sich Jakob B. am kommenden Montag. Da findet die nächste Gemeinderatssitzung statt. In Aarwangen wird erwartet, dass er spätestens dann zurücktritt. Denn der Druck wächst. Die Parteien sind sich einig: Als Gemeinderat ist Jakob B. nicht mehr tragbar. Sogar ein Parteiausschluss wird zum Thema. Denn in der SVP hat man gar keine Freude am Gebaren des Parteimitglieds. Bigler und Christian Hadorn, Grossrat und Präsident der SVP Oberaargau, haben viele erboste Zuschriften anderer Ortssektionen erhalten. Hadorn sagt, es sei an der Ortssektion Aarwangen, die Angelegenheit zu regeln und allenfalls ein Parteiausschlussverfahren zu eröffnen, wenn dies als nötig erachtet werden sollte. Anwalt, Zivilklage Bereits los ist Jakob B. seine Funktion als Vormund. Die Vormundschaftskommission von Aarwangen hatte ihm laut Präsident und Gemeinderat Edgar Wyss (SVP) Anfang Jahr, als sie die Veruntreuung festgestellt und die Staatsanwaltschaft des Kantons Bern darüber orientiert hatte, eine Frist von 24 Stunden gesetzt, um die zwei Mandate abzugeben. Die zwei Mündel, die beide aus Aarwangen stammen, haben inzwischen einen neuen Vormund. Sorgen um ihr Geld müssen sie sich laut Wyss nicht machen. Die Vormundschaftskommission habe einen Anwalt bestimmt, der ihre Interessen vertritt. Sprich: Er wird im Namen der zwei Mündel Zivilklage gegen Jakob B. einreichen, um das abgezweigte Geld einzufordern. Sollte bei ihm nichts mehr zu holen sein, würde laut Wyss wohl die Gemeinde haften. Und die Frau? Offen ist, ob Jakob B.s Frau in der Vormundschaftskommission verbleiben oder austreten wird. Wie berichtet, musste sie in der Angelegenheit ihres Mannes sofort in den Ausstand treten. Wyss geht davon aus, dass sie nichts vom Gebaren ihres Mannes wusste. Ob dem wirklich so war, wird die laufende Strafuntersuchung der Staatsanwaltschaft zeigen. Dennoch sagt Wyss, er rechne mit dem Austritt der Frau. «Es wäre wohl besser so.» Dominic Ramel>

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