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Gemeinderat entzieht Camponovo das Dossier – jetzt geht sie

WohlenDer Gemeinderat entzieht Cristina Camponovo (SP plus) das Departement Bildung und Kultur und damit den Bereich Schule. Weil sie damit nicht einverstanden ist, tritt die Gemeinderätin per sofort zurück.

Die Wohlener Gemeinderätin Cristina Camponovo (SP plus) ist am Mittwochabend zurückgetreten. Sie war zuständig für das Departement Bildung und Kultur. Der Streit um die Schulschliessungen in Säriswil und Murzelen fiel in ihren Zuständigkeitsbereich. Seit mehr als einem Jahr steht der Gemeinderat mit Eltern im Clinch, die sich gegen die Schulschliessungen vehement wehren (wir berichteten). Wie Camponovo erzählt, hat sie an der Sitzung am Mittwochabend erfahren, dass der Gemeinderat eine Rochade der Departemente vornehmen will. Konkret bedeutet dies, dass der Rat beschlossen hatte, das Dossier Bildung und Schule Camponovo zu entziehen. Damit war diese nicht einverstanden. In der Folge erklärte sie umgehend ihren Rücktritt. «Nach diesem Entscheid kann ich nicht weiter als Gemeinderätin arbeiten.» Susanne Schori (SVP) wird interimistisch das Departement Bildung und Kultur führen. Richtiger Entscheid, aber zu schnell gefällt Der Gemeinderat hofft, mit einem Wechsel der Departemente die Blockade im Schulstreit lösen zu können. Dies schreibt er in einer Mitteilung. Auf Nachfrage sagt Schori: «Ein personeller Wechsel scheint ein geeignetes Mittel, eine lösungsorientierte Kommunikation aufzubauen.» Das sieht Camponovo etwas anders. «Ich bin nicht überzeugt, dass sich die Fronten mit einem Departementswechsel erweichen», sagt sie. Sie bezweifelt, dass die Gegner der Schulschliessungen die Sachlage anders betrachten, wenn eine andere Person dem Departement vorsteht. «Deshalb wollte ich das Dossier nicht abgeben.» Weil der Gemeinderat aber gegen ihren Willen den Wechsel beschlossen hat, trete sie zurück. Camponovo hat vor der Sitzung nichts von der bevorstehenden Rochade gewusst. Sie ist verwundert, dass der Rat ihr das Dossier gegen ihren Willen wegnimmt. Für Camponovo geschieht dieser Entscheid auf eine ähnliche Weise wie derjenige der Schulschliessung: «Schnell.» Dennoch hält sie auch nach ihrem Rücktritt den Beschluss des Gemeinderats für richtig, sich auf die drei Schulstandorte Wohlen, Uettligen und Hinterkappelen zu konzentrieren. «Aber die Bevölkerung hätte mehr einbezogen werden sollen.» Dass sich die IG Pro Schule gegen den Entscheid wehrt, versteht sie. «Ein Schulhaus zu schliessen, geht nie ohne Emotionen.» Annina Hasler>

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