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Gemeinden fürchten mehr Lärm

Bern-BelpDie Gemeinden rund um den Flughafen wollen einen erfolgreichen Betrieb. Aber keinen lauten.

Kehrsatz ist die Ausnahme. Der Gemeinderat sei «grundsätzlich mit der geplanten Entwicklung des Flughafens Bern-Belp einverstanden», schreibt er an das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) zum überarbeiteten Objektblatt aus dem Sachplan Infrastruktur der Luftfahrt. «Die Lärmsituation für unsere Gemeinde verbessert sich», sagt dazu Gemeindepräsident Thomas Stauffer (FDP). Das Objektblatt für den Belper Flughafen bildet die Grundlage für den künftigen Flugbetrieb. Dazu können die Gemeinden jetzt Stellung nehmen. Bern, Muri und Rubigen sind deutlich kritischer als Kehrsatz. Alle verlangen sie unter anderem eine Begrenzung der maximal möglichen Flugbewegungen von heute 75000 auf neu 65000. In den letzten vier Jahren lag der Schnitt mit rund 52000 Bewegungen deutlich darunter. Stadtzentrum meiden «Für den Wirtschafts- und Tourismusstandort Bern ist die Anbindung an europäische Kapitalen sehr wichtig», sagt der Berner Gemeinderat Reto Nause (CVP). Darum sollten vor allem der Linien-, Charter- und Businessverkehr vom Ausbau profitieren. «Man darf der Fluggesellschaft Skywork die Zukunft nicht verbauen», sagt er. Doch auch mit maximal 65000 Flugbewegungen pro Jahr gebe es für sie genügend Spielraum. Für die private Freizeitfliegerei fordert der Gemeinderat dagegen eine Einschränkung. Die Stadtregierung verlangt auch, dass die Altstadt und das Stadtzentrum künftig möglichst nicht mehr überflogen werden. «Der Gemeinderat geht davon aus, dass es durchaus alternative Routen über weniger sensible und weniger dicht besiedelte Gebiete gibt», sagt Nause. So sehr die Entwicklung des Flughafens begrüsst wird – zu viel Lärm soll sie nicht verursachen. Dies könne auch kaum im Interesse des Flughafens liegen. «Die Akzeptanz in der Bevölkerung hängt stark mit den negativen Auswirkungen zusammen», sagt Nause. Solche sind zunehmend auch in Rubigen spürbar. «Früher gab es nie Reaktionen», sagt Gemeindepräsident Renato Krähenbühl (BDP), «doch seit etwa einem halben Jahr erhalten wir ab und zu negative Rückmeldungen.» Dafür sei insbesondere der Linienverkehr verantwortlich. Zwar sehen die Lärmbelastungskurven für Rubigen eine Entspannung vor. «Doch noch fehlt uns etwas der Glaube daran.» Der Gemeinderat will sich jedenfalls dafür einsetzen, dass an den Wochenenden nicht vor 8 Uhr geflogen wird. Die Gemeinde Muri teilt diese Ansicht. «Das ist ein spezielles Anliegen der Bevölkerung», sagt Gemeindepräsident Hans-Rudolf Saxer (FDP). Noch haben sich nicht alle der neun mitspracheberechtigten Gemeinden geäussert. In der Standortgemeinde Belp befasst sich der Gemeinderat erst in dieser Woche damit. Bis Ende November kann schliesslich noch der Kanton Bern Stellung nehmen. Die Flughafenbetreiberin Alpar AG wollte gestern noch keinen Kommentar abgeben.Johannes Reichen>

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