Zum Hauptinhalt springen

Dorfsonntag im Dauerregen

WengenAm 64. Dorfsonntag rückten Organisatoren und Besucher nahe zusammen – weil es nur einmal regnete. Schade für die vielen Kostümierten am Umzug.

Das Eröffnungsständchen der Musikgesellschaft Wengen (MGW) brachte diesmal kein Glück – es begann kurz nach 9 Uhr zu regnen. Der ökumenische Festgottesdienst mit der Jodlergruppe Wengen und die Folkloredarbietungen im nostalgisch geschmückten Festzelt waren aber gut besucht. Rolf Wegmüller, Leiter von Wengen Tourismus, sagte in ungewohnter Kleidung die Auftritte von MGW, Trachtengruppe und Alphorntrio Heidewäg mit Fahnenschwinger an. Wie immer, wartete der Flohmark mit einem kunterbunten Angebot auf. Unter dem Regen gelitten Passionierte Sammler und Stammbesucher wussten: Die besten Schnäppchen ergattert, wer früh darin stöbert. Der Festumzug vom Wengi auf den Festplatz litt besonders unter dem bis weit in den Nachmittag andauernden Regen. Trotzdem verfolgten viele Zuschauer die rund 20 vorbeiziehenden Gruppen. Viele kleine und grosse Teilnehmer hatten sich zum Motto Belle Epoque in historische Kleider gestürzt und nach nostalgischen Gegenständen gesucht. Felix Mendelssohn (Hannes Schnabl) und 17 Familienangehörige machten auf ihrer Schweizer Reise einen Abstecher nach Wengen. Gaby Lanz vom Kinder- und Jugendverein konnte trotz des trüben Wetters auf rund 20 Kinder zählen, die unter anderem Geld für einen Kinderspielplatz beim Schulhaus sammelten. «Potztuusig, was ein junger Dirigent aus der Musik macht», lobte Pfarrer Jan Madjar die rassig aufspielende Musikgesellschaft Wengen unter der neuen Leitung von Sam Spörri. Auch in den Reihen des 20-köpfigen Korps selber waren wieder mehr junge Leute zu beobachten, ebenso in der Trachtengruppe Wengen-Mürren und im Trychlerclub. Dennoch wisse das Organisationskomitee nicht, wie es mit dem 64-jährigen Dorfsonntag weitergehe, informierte die demissionierende Präsidentin Christina Morgenegg. Pfarrer Jan Madjar rief in Erinnerung, der Dorfsonntag sei eng mit dem Entstehen der Reformierten Kirche Wengen verbunden. Die Dorfvereine engagierten sich 1948 erstmals für ein gemeinsames Dorffest, der Reinertrag floss in den Kirchenbaufonds. Jan Madjar appellierte an die Bevölkerung, zu diesem einzigen von allen Dorfvereinen getragenen Freudentag Sorge zu tragen sowie einander zu respektieren und Heimat zu schenken. Priester Stefan Signer von der Katholischen Pfarrei Interlaken mahnte in Anspielung auf Besserwisser, nicht übereifrig im Aussondern zu sein: «Die Kraft des Guten wird das Unkraut verdrängen». Ferdinand Waespe >

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch