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Die letzte Vesper des Kirchenjahres

InterlakenMit festlicher Barockmusik und Texten klangen die Vespern 2011 in der Schlosskirche Interlaken aus. 1977 rief Ernst Thöni die Vesperreihe ins Leben. Nach dem 35.Mal übergab er die Leitung an Tochter Christine Thöni, Susanne Flück und Martin Heim.

Für einmal war es nicht einfach der Ausklang des Ewigkeitssonntags und der Abschluss der Vespern 2011: Gleichzeitig übergab Ernst Thöni nach 35 Austragungen die Organisation «seiner» Vesperreihe in andere Hände. «Die Idee der einstündigen Konzertreihe geht auf 1977 zurück, als ich das Prüfungsprogramm für den Orgelausweis II» spielte», verriet Thöni. Ein Dreierteam 2012 Zu den Anfängen spielte er selber Orgelrezitals in Zusammenarbeit mit Kathrin Cordes. «Wir sassen auf dem Orgelbank und griffen zusammen mit Händen und Füssen oder spielten Werke für zwei Tasteninstrumente, Orgel und Cembalo», schmunzelte Ernst Thöni. Da ihm das Konzertieren als Primarlehrer zu viel wurde, konzentrierte er sich auf die Organisation. Er verhandelte mit vielen Künstlern, mit der Kirchgemeinde und war für die Programme, Inserate, Werbung verantwortlich. «Frischer Wind tut gut», fügte Thöni an – er bleibt im Ressort Finanzen erhalten. Die Vesperreihe 2012 wird nun vom Dreierteam Susanne Flück (Wilderswil), Martin Heim (Organist in Unterseen) und Christine Thöni (Klavierlehrerin an der Musikschule) organisiert. Und wie verlief die Vesperreihe 2011, mit fünf Konzerten? «Einzelne Veranstaltungen waren besser besucht, aber im Durchschnitt war der Besuch zufriedenstellend. Die Rückmeldungen vonseiten der Musiker wie auch der Zuhörenden waren stets positiv und damit auch die Gesamtbilanz der ganzen Reihe», freut sich Ernst Thöni. Er ergänzt: «Was die finanzielle Seite anbelangt, fällt die Bilanz nicht vollumfänglich positiv aus, da einzelne relativ teure Konzerte nicht so gut besucht waren und daher der Kollektenertrag entsprechend niedrig ausfiel.» Solche Schwankungen habe es immer gegeben, und dank des Beitrages der Kirchgemeinde sei dies kein Anlass zur Beunruhigung. Konzert zum SonntagIm Chorraum der Schlosskirche Interlaken liess das Ensemble G.Ph.Telemann mit Musik und Texten die Vesperreihe 2011 und das Kirchenjahr ausklingen. Das Publikum lauschte barocken Klängen und Gedanken zum Ewigkeitssonntag. Stephan Oehrli, Flöte, Samuel Wenger, Oboe, Rahel-Maria Glaus, Violine, Daniel Arni, Fagott, und Kathrin Cordes, Cembalo, erfreuten als Instrumentalensemble G.Ph.Telemann mit lebendiger Spielweise. Um heilige Vergänglichkeit, Zeit wie ein Löcherbecken, um Trost und Zuversicht, Stimmung und Gedanken, Geduld und Erinnerungen ging es in Texten von Kurt Marti und Jörg Zink. Kathrin Cordes las die ausgewählten Texte zwischen den gespielten Werken. Die einheimischen Künstler musizierten frisch, spritzig aus Sonaten von Fasch, Boismortier und Konzerten Telemanns und Vivaldi. Die Charakteren heiterer Gelassenheit in schnellen Ecksätzen und in Kontrast dazu mit Innerlichkeit ausgespielte Largo- und Adagio-Sätze kamen zum Ausdruck. Lebendig, risikofreudig und ausdrucksvoll musizierten die drei Holzbläser, die Geigerin und die Cembalistin und spielten in Vivaldis Concerto g-Moll einander in Themen den Ball zu. Dazu passend schloss Cordes mit «Wo kein Weg mehr ist, ist des Wegs Beginn» und entliess die Musikliebhaber ins neue Kirchenjahr, in die Adventszeit. Heidy Mumenthaler >

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