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Der Einbruch war vorgetäuscht

Die Ladenbesitzer von Conny’s Brautstübli in Konolfingen sollen den Diebstahl von 60 Kleidern selber inszeniert haben.

Beim Anruf in «Conny’s Brautstübli» spricht nur der Telefonbeantworter. Auch beim Handy kommt nur die Combox. Die grünen Holzrolläden des Spezialgeschäfts in Konolfingen sind heruntergelassen. Knapp sechs Wochen nach der Geschäftseröffnung ist klar: Die Geschichte von «Conny’s Brautstübli» wird vor Gericht enden. Zur Erinnerung: In der Nacht auf den 21. Januar sollen Unbekannte eingebrochen und 60 Brautkleider entwendet haben. «Alles selbst genähte Unikate», wie die Ladenbesitzerin damals unter Tränen sagte. Sie erklärte, die Träume in weiss und crème hätten einen Wert von rund 100000 Franken (wir berichteten). Sogar das Schweizer Fernsehen hatte in «Schweiz aktuell» über das Delikt berichtet. «Unikate» existierten nie Gestern lieferte die Kantonspolizei nun des Rätsels Lösung: «Der Einbruchdiebstahl in der Nacht auf den 21. Januar hat nicht stattgefunden.» Die mutmassliche Täterschaft werde verdächtigt, einen Versicherungsbetrug begangen zu haben. Sie seien geständig, den Einbruchdiebstahl vorgetäuscht zu haben. Das Ziel: Geld von der Versicherung zu kassieren. Die angeblich gestohlenen Unikate haben nie existiert, stellt die Polizei fest. Die Ermittlungen ergaben, dass Brautkleider versteckt wurden, um leere Kleiderständer vorzuweisen. Weitere Spuren: Eine offenbar lautlos eingeschlagene Glasscheibe neben dem Türschloss. Der im oberen Stock wohnhafte Hausbesitzer Erdal Kaymaz sagt: «Ich habe nichts gehört.» Provisorisch versichert Noch vor wenigen Tagen hat die Geschäftsfrau von einer neuen Ladeneröffnung gesprochen, um das darniederliegende Geschäft wieder anzukurbeln. Sie sagte auch, es sei noch unklar, ob die Versicherung den Schaden bezahle. «Wir hatten erst einen provisorischen Vertrag und hoffen, die Versicherung zeigt sich kulant.» Genau am Tag nach dem Einbruch in Konolfingen hatte die Frau ein Treffen mit einem Versicherungsfachmann eingefädelt. Dafür, und für das Anbringen von einbruchsicheren Türen, habe vor der Geschäftseröffnung leider die Zeit gefehlt. Wie die Polizei mitteilt, werden sich die geständigen, mutmasslichen Täter vor Gericht verantworten müssen. Dies wegen versuchtem Versicherungsbetrug sowie Irreführung der Rechtspflege. Laura Fehlmann >

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