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Das spezielle Verhältnis Thun–Basel

Beim FC Thun wird auch Baseldeutsch gesprochen. Timm Klose hatte gegen seine ehemaligen Kollegen einen guten Auftritt.

Es gibt Dinge, die ändern nicht von heute auf morgen. Auch nach sechs Spielen ist der Super-League-Aufsteiger Thun noch ungeschlagen – und auch nach dem vierten Remis waren die Thuner ob der Punkteausbeute nicht restlos begeistert. «In Euphorie brechen wir nicht aus», formulierte es Sportchef Andres Gerber, «denn eigentlich hätten wir den Sieg verdient gehabt.» Insbesondere das fehlende Abschlussglück mit zwei Lattentreffern gab Anlass zum Hadern. Verteidiger Timm Klose sprach von einem nervösen Beginn. «Erst als wir den Mythos FCB beiseitegelegt hatten, drehten wir auf.» Der 22-Jährige gehörte vor seinem Engagement in Thun zur Nachwuchsabteilung des FC Basel. Der Auftritt gegen seine ehemaligen Kollegen bezeichnete er deshalb als sehr speziell. Zwei Szenen aus dem Spitzenkampf werden in der Erinnerung Kloses haften bleiben. In der 50.Minute flankte Benjamin Lüthi einen Corner scharf zur Mitte. Dort lenkte der Verteidiger den Ball mit dem Kopf Richtung gegnerisches Tor – und sah ihn von der Latte zurück ins Spielfeld fliegen. «Ein Tor gegen Basel, das wärs gewesen», sagte Klose und fügte Überraschendes an: «Viel wichtiger wäre aber gewesen, ich hätte das 1:0 des Gegners verhindert.» In der 81.Minute sei er beim Frei-Freistoss zu sehr auf den Ball konzentriert gewesen. In Kloses Rücken konnte Pascal Schürpf den Ball ins Tor befördern. Selbstkritisch nahm Klose bei diesem Gegentor einen Teil der Schuld auf sich. Dies ändert freilich wenig daran, dass Thuns Innenverteidiger Klose und Stipe Matic die gegnerischen Angreifer mehrheitlich gut im Griff hatten. Viele Torchancen vermochte der amtierende Schweizer Meister im Lachenstadion nicht zu kreieren. In Thun ist Timm Klose rasch zur «sicheren Bank» geworden, dennoch träumt der 195 Zentimeter grosse Abwehrspieler von einer Rückkehr zum FCB. «Nicht heute, nicht morgen. Aber irgendwann.» Der FC Thun ist für die Verwirklichung des Traumes womöglich eine gutes Sprungbrett. Im aktuellen Kader der Basler befinden sich mit Alex Frei, Marco Streller und Reto Zanni drei Akteure, die in jungen Jahren das Thun-Dress trugen. «Diese Serie darf ruhig weitergehen», findet Timm Klose. Die Thuner sind dafür aktuell so etwas wie eine Basler Filiale. Trainer Murat Yakin hatte beim nationalen Primus viele gute Jahre, Klose und Nicolas Schindelholz spielten dort im Nachwuchs. David Da Costa und Giuseppe Morello spielten bei Concordia Basel. Und auch Muhamed Demirie formte seine Karriere bei «Congeli», unterbrochen von einem zweijährigen Abstecher zum FC Basel (2001 bis 2003). Und ein nächster Spieler könnte schon bald folgen. Mittelfeldspieler Daniel Unal hat beim FCB den Durchbruch noch nicht geschafft und wurde zuletzt in Thun einige Tage getestet.Stephan Dietrich>

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