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Das ist die Alternative für die Langnauer Curler

ZollbrückManfred Humbert und Klaus Schmid planen

Die Geschichte begann im Oktober, als Manfred Humbert in der Zeitung eine Aussage von SCL-Tigers-Präsident Peter Jakob las. Es gebe für den Stadionumbau keinen Plan B, erklärte Jakob damals. Würden gegen den Bau der Curlinganlage im ehemaligen Coop Einsprachen eingehen, drohe auch das Stadionprojekt bachab zu gehen. «Das gab mir zu denken», sagt Humbert, Kaufmann und Immobilienspezialist aus Langnau. Er kontaktierte Klaus Schmid vom Rüderswiler Bauunternehmen Schmid, der «seit ewig und zwei Tagen» Curling spielt und auch Eishockeyfan ist. Gemeinsam begannen die beiden einen Alternativstandort für die Curler zu suchen – und fanden diesen unterhalb des Jakob-Marktes in Zollbrück. Die Parzelle, auf der sich heute ein Kiesberg erhebt, gehört der Viandor Immobilien AG mit Verwaltungsratspräsident Manfred Humbert. Sie habe eine ideale Grösse, sei auch bereits eingezont und erschlossen, schwärmen Humbert und Schmid. Also gaben sie sogleich ein Projekt in Auftrag – bei der Maple Leaf Stadiums AG, einer Zürcher Firma, die Eishallen und Curlinganlagen in ganz Europa plant. Breiter, höher, günstiger Nach 40 Tagen Planungszeit ist das Projekt nun bereits ausgearbeitet. Vorgesehen ist eine Halle mit drei Curlingrinks mit einer Breite von je 4,75 Metern. «Damit entsprechen sie den internationalen Vorgaben», sagt Klaus Schmid. Beim Projekt «Curlinghalle im ehemaligen Coop» dagegen seien die Rinks – wegen der tragenden Stützen, die sich nicht versetzen lassen – nur 4,50 Meter breit, Meisterschaften könnten dort also nicht stattfinden. Auch die Raumhöhe sei mit gut 3 Metern nicht ideal, der Neubau in Zollbrück dagegen wäre innen über 5 Meter hoch. Vorne, über den Garderoben, würden das Clubbeizli sowie ein Theorieraum eingerichtet, neben der Halle stünden 50 Parkplätze bereit. Der grösste Vorteil aber seien die Kosten, sagt Humbert. Die Curlinganlage im alten Coop ist auf 4,4 Millionen Franken veranschlagt, «unser Neubau dagegen wäre – weil wir keine Anpassungen an einem bestehenden Gebäude vornehmen müssen – deutlich günstiger». Genaue Zahlen nennt er aber noch keine. Zudem sei es auch möglich, die Halle in Zollbrück während des ganzen Jahres zu nutzen – sei es ohne Eis für Ausstellungen, oder sei es mit Eis für Sommertrainings von Eishockeyspielern. «Im Oktober 2012 fertig» Das tönt gut. Dennoch bleiben mehrere offene Fragen. Erstens: Was ist mit dem Schwingklub Langnau, der neben der Curlinganlage im alten Coop einen Schwingkeller einrichten möchte? Dieses Projekt sei auch ohne Curling möglich, antworten Humbert und Schmid. Zum Schwingkeller seien separate Zugänge geplant, die Baukosten würden also nicht höher. Die zweite Frage ist: Kommt das Alternativprojekt in Zollbrück zu spät? Schliesslich sollen der Abriss der heutigen Langnauer Curlinghalle und der Umbau des Ilfisstadions bereits im März beginnen. Doch das ist nur möglich, wenn der Curling Club vorher eine Lösung gefunden hat. Im ehemaligen Coop dürfte die Baubewilligung bald vorliegen. Für Zollbrück werde das Baugesuch jedoch ebenfalls bereits in den nächsten Tagen eingereicht, sagt Humbert. Er ist überzeugt, dass die Curlinghalle im Oktober 2012 betriebsbereit wäre. Entscheidung im Januar So liegt der Ball jetzt beim Curling Club Langnau. Dessen Vorstand nimmt das Alternativprojekt ernst, wie Präsident Toni Bichsel sagt. Man werde nun diverse Abklärungen treffen, und an ihrer ausserordentlichen Hauptversammlung vom 4. Januar werden sich die Curler endgültig für eines der beiden Projekte entscheiden müssen. Sollte die Wahl auf Zollbrück fallen, käme sogleich die Politik ins Spiel. Denn wenn die Curler ihre heutige 2-Rink-Anlage beim Ilfisstadion abreissen lassen, muss ihnen die Gemeinde Langnau Realersatz bieten – das heisst: zwei Rinks der neuen Curlinganlage bezahlen. Die 3,5 Millionen Franken, welche das Volk im Juli bewilligt hat, würden aber nur für die Lösung im ehemaligen Coop gelten, erklärt Gemeindepräsident Bernhard Antener. Für das Projekt in Zollbrück bräuchte es also eine neue Abstimmung – und die Gemeinde stünde vor der Grundsatzfrage: Soll Langnau ein Projekt in einer Nachbargemeinde finanzieren? Oder soll sie auf dem teureren Langnauer Projekt bestehen? Markus Zahno>

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