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«Bipperlisi» bahnt sich nach Oensingen

NiederbippDie Verlängerung der Bahnlinie nach Oensingen kommt zügig voran. Bereits ist nahezu die Hälfte des neuen Trassees gebaut – auch dank dem trockenen Wetter.

Hans Peter Oberhänsli stoppt sein Auto, kurbelt das Fenster herunter. «Kann ich hier schnell durch?» Der Bagger, der ihm den Weg versperrt, dreht ab und fährt zur Seite. Oberhänsli dankt mit der Hand, dann setzt er seine Fahrt fort – auf einer staubigen Schotterpiste gehts weiter Richtung Oensingen. «Gute Fortschritte» Der 61-jährige Bauingenieur ETH der federführenden Ostag Ingenieure AG ist Gesamtprojektleiter der Verlängerung der Bahnlinie von Niederbipp nach Oensingen. Und als solcher kennt er die 1,7 Kilometer lange Strecke mittlerweile wie seine Hosentasche. An diesem Tag fährt er die Strecke zusammen mit Ueli Steinmann ab, dem Vizedirektor der Aare Seeland mobil (ASM) und damit dem Bauherrn. «Wir machen gute Fortschritte», sagt Oberhänsli zufrieden und deutet aus dem Autofenster, wo stets eine Handvoll Arbeiter mit roten Sicherheitswesten schaufelt und pickelt. «Dass wir so gut vorankommen, verdanken wir grösstenteils dem schönen und trockenen Wetter.» Tatsächlich: Nur gerade vier Monate nach dem Spatenstich Anfang Dezember ist das Trassee der neuen, 1,7 Kilometer langen Bahnlinie bereits zur Hälfte erstellt. Mit dem Trassee allein ist es aber noch nicht getan. Dieses muss auf das Niveau der SBB-Bahnlinie angehoben werden: Die schmalspurige ASM-Bahn und die normalspurige SBB verkehren künftig parallel zwischen Niederbipp und Oensingen (vgl. Karte rechts). Anschluss für über 1000 Leute Am Studweg hält Projektleiter Hans Peter Oberhänsli wieder. Nicht ohne Grund: Es ist eine Schlüsselstelle des Ausbauprojekts. Weil hier das Trassee über eine Brücke führt, muss auch eine zweite Brücke gebaut werden – neben der bereits bestehenden für die SBB. Die zweite Schlüsselstelle – oder besser gesagt das Herzstück – der neuen Bahnlinie liegt in der Aengi. Dort ist neben einer Brücke auch eine Haltestelle geplant. Umgeben von Grossfirmen wie der Tela, Galexis, Kuratle&Jaeckrer AG oder ND Logistics, dürften von der neuen Haltestelle «Industrie» bald weit über 1000 Leute profitieren. Neue Brücken, Haltestellen Noch aber ist es nicht so weit. Wenn das Trassee für das «Bipperlisi», wie die ASM-Bahn liebevoll genannt wird, einmal bis nach Oensingen gezogen ist, folgen die Feinarbeiten: angleichen der ASM-Linie an die der SBB. Gleise verlegen, Brücken und Haltestelle bauen. Verbesserter Lärmschutz Gleichzeitig mit der Verlängerung der Bahnlinie nach Oensingen wird auch der Lärmschutz auf den neusten Stand gebracht. Die Schutzmassnahmen betreffen vor allem das Gebiet des Damm- und Studwegs in Niederbipp. Pech für die Aare Seeland mobil: Weil sie neu baut, muss sie laut geltendem Gesetz die Kosten von rund zwei Millionen Franken für den Lärmschutz übernehmen. Und das, obwohl vor allem die SBB mit ihren Güterwagen profitieren. Freuen dürfen sich dagegen die Anwohner in der Gemeinde Niederbipp. «Trotz mehr Zügen werden sie künftig weniger hören als bisher», verspricht ASM-Vizedirektor Ueli Steinmann. Stefan Aerni>

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