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Ausstieg ohne Mauer ?

MeiringenDer Grimselverein kämpft weiter gegen die Erhöhung der Grimselstaumauer und für eine dezentrale Versorgung mit erneuerbaren Energien. Er tut dies unter

Gegen die Erhöhung der Grimselstaumauern erhob der Grimselverein im Frühling 2011 zusammen mit den Umweltorganisationen Einsprache. «Dass wir gegen die Überflutung und irreversible Zerstörung der Moorlandschaft notfalls bis vor Bundesgericht kämpfen, war immer klar», sagte Präsident Urs Eichenberger an der Hauptversammlung am Sonntag in Meiringen. Hingegen verzichtete der Vorstand auf Einsprachen gegen eine Erhöhung der Pumpspeicherkapazitäten, welche die Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) mit dem Ausbau der Kraftwerke Innertkirchen 1 und Handeck 2 sowie dem Pumpspeicherwerk Grimsel 3 planen (wir haben berichtet). Gegen «unnötige Opfer» «Wir finden den Ausbau der Pumpspeicherung, bei der viel Energie vernichtet wird, zwar nach wie vor energiepolitisch nicht sinnvoll», sagte Eichenberger. Aber der Kompromiss, den die Umweltorganisationen in der Begleitgruppe zu den Ausbauprojekten ausgehandelt haben, sei vertretbar. «Und wir sahen kaum Chancen, noch mehr Restwasser aushandeln zu können, nachdem die Schweizer Politik als Reaktion auf Fukushima den Ausbau von Wasserkraft und Pumpspeicherung um jeden Preis als Opfer für den Atomausstieg gefordert hatte.» Nötig sei dieses Opfer aber nur, wenn man das Versorgungsmonopol und die Gewinne der Stromkonzerne sichern wolle, nicht aber für die Versorgungssicherheit, war sich die Versammlung vom Sonntag einig. «Vor dreissig Jahren mussten wir zeigen, dass die Alternativen zu den AKW funktionieren», sagte Jean-Pierre Jaccard, Mitbegründer der Genossenschaft für dezentrale Energieversorgung. Heute sei klar, dass erneuerbare Energien in Kombination mit mehr Energieeffizienz den Bedarf decken. «Nun müssen wir aufzeigen, wie das Zusammenspiel dieser Alternativen mit möglichst wenig Umweltschäden funktioniert. Eine Mauererhöhung an der Grimsel blockiert solche Lösungen nur.» Jaccards Antrag für eine Informationsoffensive des Grimselvereins wurde mit Applaus angenommen. Die Möglichkeiten einer dezentralen Energieversorgung und -speicherung zeigte der Gastreferent Urs Muntwyler, Photovoltaikprofessor der Berner Fachhochschule, auf. Angesichts der heute verfügbaren Techniken verglich Muntwyler die Sicherung der Energieversorgung mit einem Einkauf auf dem Gemüsemarkt: «Mit einer geschickten Kombination von solarer Heizung und Stromerzeugung mit Wind, Wasser, Biomasse und Wärmepumpen ist es nicht so schwierig, ein ausgewogenes Menü zu kochen.» Überschuss vom Dach Allein mit Photovoltaik könnte die Schweiz alle vier Jahre Mühleberg ersetzen, würde sie pro Kopf so schnell Anlagen installieren wie Deutschland 2010. Zudem deckt sich die tägliche Solarstromproduktion gut mit der Verbrauchskurve – so ist das Pumpspeichergeschäft der BKW wegen des Solarbooms in den Nachbarländern bereits rückläufig. Muntwyler sprach von einer «Energieschwemme von den Dächern», die mit anderen erneuerbaren Energien gut ergänzt werden kann, ohne dass nun jedes Wind- oder Erdwärmeprojekt durchgeboxt werden müsste. Auch die dezentrale Speicherkapazität sei mit Elektroautobatterien, Elektroboilern, Kühlschränken und ähnlichen Anlagen, die nicht immer laufen und dann Spannung, Wärme oder Kälte «tanken» können, wenn Stromüberschüsse produziert werden, grösser als nötig. Sibylle Hunziker>

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