Hagelkörner statt Sonnenschein

Sommer ade: Eine starke Gewitterzelle zog gestern von Bern und Freiburg via Zentral- in die Ostschweiz und brachte Regen, Hagel und Winde mit. Bäume wurden gefällt, Keller geflutet, Dächer abgedeckt und Fenster eingeschlagen.

Am stärksten wütete das Gewitter im Raum zwischen Luzern und dem Toggenburg. Die kräftigste Böe mass Meteo Schweiz in Schmerikon SG am Oberen Zürichsee mit 133 Stundenkilometern. Die Regenfälle waren teilweise fast schon sintflutartig: In Schmerikon fielen in nur rund zehn Minuten 26 Liter Regen pro Quadratmeter. In Morgarten in der Gemeinde Oberägeri ZG stürzte eine Frau vom Heuboden rund vier Meter in die Tiefe, als sie für die Feuerwehr eine Leiter holen wollte. Sie zog sich Kopfverletzungen zu und musste ins Spital gebracht werden. Baum auf dem Autoheck Grosses Glück hatte im selben Gebiet eine Autofahrerin. Sie suchte auf einem Parkplatz in Morgarten Schutz vor dem starken Hagel, als ein Baum direkt auf das Heck ihres Wagens fiel. Wegen umgestürzter Bäume musste die Strasse zwischen Sattel und Morgarten während Stunden gesperrt werden. In Morgarten wurde ein Teil des Kirchendaches abgedeckt. Im Kanton Luzern traf es vor allem das Entlebuch und die Agglomeration Luzern. Zwischen Schüpfheim und Escholzmatt wurden Strommasten umgeworfen. In Kastanienbaum, Kriens und Root beschädigte der Wind Dächer und deckte sie teilweise ab. In Kastanienbaum fielen zudem drei Bäume auf ein Gebäude. Mehrere Strassen – vor allem in Horw und Kriens – wurden von Geröll verschüttet oder durch umgestürzte Bäume blockiert. Hagel gegen Klosterfenster Im Kanton Schwyz zog das Gewitter von Küssnacht, Arth und Goldau über Rothenthurm und Einsiedeln in die Region Ausserschwyz. Besonders schwer traf es Altendorf und Lachen. Die Feuerwehr Lachen wurde zu 25 Einsätzen aufgeboten, diejenige von Altendorf zu 17 Einsätzen. In Einsiedeln wütete ein Hagelsturm, der viele Fensterscheiben des Klosters zertrümmerte, wie Blick.ch berichtete. Bäume fielen auf Schienen In Rothenthurm fiel ein Baum auf das Gleis der Südostbahn. Auch zwischen Teufen und Bühler im Appenzellerland stürzte ein Baum auf die Fahrleitung der Appenzeller Bahnen. Der Sturm entwurzelte im Appenzellerland weitere Bäume, die auf Strassen fielen – in Waldstatt wurde ein parkiertes Auto beschädigt. Auf der St.Galler Notrufzentrale herrschte Hochbetrieb: Rund 90 Notrufe gingen ein. Auf dem Walensee und dem Zürichsee musste der Rettungsdienst Schiffe und Schwimmer bergen. In Bollingen und in Gommiswald traten Bäche über die Ufer. Zwischen Eschenbach und Schmerikon musste eine Strasse wegen umgestürzter Bäume gesperrt werden. Heute regnet es weiter Im St. Galler Linthgebiet und im Toggenburg rückten zwölf Ortsfeuerwehren aus, um Keller auszupumpen und umgestürzte Bäume von Strassen zu räumen. Und in der Stadt St.Gallen stand eine Unterführung beim Hauptbahnhof unter Wasser. So geht es weiter: Meteo Schweiz prognostiziert für heute starke Bewölkung, teils ergiebige Regenfälle und Gewitter, vor allem in den Voralpen vom Berner Oberland via Zentralschweiz bis ins Alpsteingebiet. sda/fab>

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