Zum Hauptinhalt springen

Übung abbrechen

Die Stadt Thun begibt sich mit ihrem bunten Verkehrsversuch zwischen Guisan- und Sternenplatz in eine Grauzone: Die geplante Mittelzone mit wellenförmiger Bemalung ist nicht nur einzigartig, sondern schlicht nicht zielführend. Ohne bauliche Massnahmen, so der Experte beim Kanton, funktioniere eine solche Mittelzone nie und nimmer. Nötig wären zum Beispiel Steinpoller in der Mittelzone – wie an der Thuner Bahnhofstrasse. Und: Strassenbemalungen dürfen nur aus gestalterischen Gründen, nicht aber zur Beeinflussung des Verkehrsregimes angebracht werden. So lautet die einschlägige Vorschrift, welche die Stadt Thun sehr grosszügig auslegt – oder im peinlicheren Fall gar nicht konsultiert hat. Denn die Stadt will mit der Aufhebung dreier Fussgängerstreifen und der Mittelzone den Verkehr verflüssigen. Sowieso: Der Verkehrsversuch ist nicht durchdacht. Mit der Aufhebung der Fussgängerstreifen und dem Beibehalten von Tempo 50 wird der Abschnitt zur Raserstrecke. Kommt dazu, dass die «kreative» Bemalungsidee in der Praxis bei Passantinnen und Passanten für Verwirrung sorgen wird. Wer hat Vortritt? Darf man sich auf der bemalten Fläche aufhalten? Dürfen Autos die Fläche befahren? Die Wahrscheinlichkeit von Unfällen steigt. Gut möglich, dass nach einem Unfall die juristischen Auseinandersetzungen aufgrund der unklaren Übungsanlage heftig sein werden – ein Risiko für die Stadt. In Spitzenzeiten queren bis zu 600 Fussgänger pro Stunde die Achse zwischen Guisan- und Sternenplatz, gleichzeitig befahren 1000 Fahrzeuge den Abschnitt. Wer diese Situation – zum Beispiel an Samstagen – genau studiert, kommt nicht auf die Idee, zwischen dem Markt im Bälliz und den gegenüberliegenden Grossverteilern eine Kampfzone zu installieren. Deshalb: Abbruch der gefährlichen Übung.stefan.geissbuehler@bom.ch>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch