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Museum sucht Zeitzeugen

WilderswilNach der erfolgreichen Vogelausstellung von 2009/2010 plant die Heimatvereinigung Wilderswil und Umgebung für 2011 eine Ausstellung über die Zeit

«Zuerst dachten wir an eine Ausstellung über das Leben vor 100 Jahren», sagte Ueli Häsler, der die geplante Sonderausstellung 2011 an der Hauptversammlung der Heimatvereinigung vom Mittwoch in Wilderswil vorstellte. «Aber dann merkten wir, dass wir über diese Zeit mehr wissen als über das, was wir selber miterlebt haben.» Unerforschte Nähe Ein Blick in die Sammlung der Heimatvereinigung zeigte Dutzende von Alltagsgegenständen aus dem 19. und frühen 20.Jahrhundert – aber gerade einmal fünf Objekte aus den letzten 50 Jahren. 1961 passierte kein «grosses Ereignis», aber es war der Anfang der Welt, die wir heute kennen: Die «Wegwerfgesellschaft» begann, und das «Fernsehzeitalter» hielt Einzug. «Seither kennen wir das Weisse Haus besser als die Stube der Nachbarn», sagt Ueli Häsler. Die Ausstellung versteht er denn auch als Aufruf, nicht nur die «grosse weite Welt», sondern auch die eigene Geschichte ernst zu nehmen und sich zu überlegen, was für kommende Generationen interessant sein könnte – bevor alles im Abfallsack landet. Zudem soll es eine Ausstellung für Familien werden. «Wer 1961 selber erlebt hat, kann heute mit seinen Enkelkindern ins Museum kommen und ihnen erzählen, wie es damals war.» Für die Sonderausstellung werden laufend noch Alltagsgegenstände und Fotos aus Wilderswil und Umgebung gesucht – samt Geschichten, die diese stummen Zeitzeugen zum Reden bringen. Erfolgreiche «Vogelwelt» Die letzte Sonderausstellung, «Die Vogelwelt in Wilderswil und Umgebung», war auch in ihrer zweiten Saison sehr erfolgreich, wie Rolf Weiss, Präsident der Heimatvereinigung, berichtete. Weit über tausend Einheimische und Gäste besuchten das Ortsmuseum Alte Mühle während der ordentlichen Öffnungszeiten; dazu kamen etliche Führungen für Gruppen. Neben dem Museumsbetrieb hielten auch 2010 Unterhaltsarbeiten an den Mühleneinrichtungen und am Wanderweg zur Burgruine Rothenfluh Vorstand und Mitglieder der Heimatvereinigung auf Trab. Als Lohn gab es wie jedes Jahr gesellige Anlässe und Ausflüge – diesmal ins Schloss Spiez, zum Museum für Musikautomaten in Seewen und zur Römersiedlung Augusta Raurica. Die Zahl der Vereinsmitglieder stieg 2010 von 216 auf 224. Zum Ehrenmitglied ernannte die Hauptversammlung den Vizepräsidenten Hans Sterchi, der sich seit 15 Jahren für den Verein, seine Sammlungen und die Alte Mühle engagiert und wesentlich zum Gelingen von Projekten wie etwa den heute rege genutzten «Kulturwegen am Eingang der Lütschinentäler» beigetragen hat. Verabschiedet wurde Rolf Weiss, der nach 25 Jahren im Vorstand und 18 Jahren als Präsident der Heimatvereinigung demissionierte. Für seinen ausserordentlichen Einsatz, dank dem die Burgruine Rothenfluh erschlossen wurde, hatte die Heimatvereinigung Weiss schon 2006 zum Ehrenpräsidenten ernannt. Auch beim Räderwerk der Alten Mühle, bei den Kulturwegen und zahlreichen weiteren Projekten leistete der Präsident nicht nur Geburtshilfe, sondern sorgte mit Umsicht und langem Atem dafür, dass sie dauerhaft zur Attraktivität Wilderswils beitrugen. Bis ein Nachfolger für das arbeitsintensive Amt gefunden wird, führt der neunköpfige Vorstand die Geschäfte des Vereins mit Ueli Krattiger als Ansprechperson. Im zweiten Teil der Versammlung verzauberte Jost von Allmen das Publikum mit seinen Bildern von Expeditionen nach Patagonien, Grönland und zum Nordpol – und als Premiere mit Nordlichtern von seiner jüngsten Reise nach Norwegen. Sibylle Hunziker >

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