Zum Hauptinhalt springen

«Meine Fotos sollen glücklich machen»

einigenVor zehn Jahren

Wer Sandra Studers Atelier in Einigen betritt, kommt in eine Welt voller Nostalgie. Überall sind Gegenstände und Möbel aus vergangenen Tagen zu sehen. Dazwischen hängen Kinderkleider mit fröhlichen Rosenmustern, und in den Regalen an den Wänden sind fein säuberlich Blütengebilde aufgereiht. Was die einen als Kitsch bezeichnen würden, ist Sandra Studers Berufung. Vor zehn Jahren hat sie sich als Fotografin selbstständig gemacht und hält seither die heilen Momente im Leben ihrer Kunden fest. Sei das nun der Bauch einer Schwangeren, ein Kleinkind im Blumentopf oder ein Hochzeitspaar an seinem grossen Tag. Zum zehnjährigen Bestehen ihres Geschäftes «Foto 4 you» hat sie die Linie «Anna Lilly» lanciert: Kinderfotografien, inspiriert von den Bildern der australischen Malerin Sarah Kay. Das Baby Anna Lilly «Wenn ich ein Mädchen bekommen hätte, hätte es den Namen Anna Lilly bekommen», erzählt Sandra Studer. Weil sie aber stolze Mutter von zwei Jungen geworden sei, sei nun «Anna Lilly» als Fotoprojekt ihr drittes Baby. «Meine Urgrossmutter hiess Anna und meine Grossmutter Lilly, so kamen mein Mann und ich auf den Namen.» Wie es der Name sagt, wirken die Bilder aus dieser Reihe wie aus einer anderen Zeit, nostalgisch und vor allem sehr verspielt. Da sind ein Mädchen und ein Junge als Hochzeitspaar mit Zylinder und Schleier zu sehen, ein anderes zeigt ein Mädchen, das Wasser in eine altmodische Waschschüssel giesst, ein Röckchen mit Rosenmuster und eine altmodische Haube trägt. Was auf dem Foto nach heiler Welt aussieht, ist das Ergebnis unzähliger Stunden Arbeit. Auf Sandra Studers Bildern stimmt alles bis in das kleinste Detail. «Die Röcke für die ‹Anna Lilly›-Linie haben wir alle von Hand genäht. Ich hatte Frauen, die mir halfen, und mein Mann hat geduldig die Schnittmuster ausgeschnitten.» Ohne ihren Mann Beat Nyffeler würde sie die ganze Arbeit nicht schaffen, betont Studer. «Er unterstützt mich, wo er nur kann.» Der passionierte Handwerker baut seiner Frau alles, was sie sich an Requisiten und Möbelstücken wünscht. Viel Aufwand für ein Bild Damit sich der ganze Aufwand lohnt, lädt Sandra Studer jeweils sieben bis zehn Kinder zum Shooting. «Ich bin auf die Hilfe meiner vier Mitarbeiterinnen angewiesen, egal, ob ich ein Kind oder mehrere fotografiere.» Dabei werden die Kinder von stolzen Müttern, Grosseltern oder Gottis begleitet. «Wenn sich ein Kind nicht wohl fühlt oder einen schlechten Tag hat, breche ich die Fotosession ab, und wir versuchen es an einem anderen Tag wieder.» Die Sache müsse den Kleinen Spass machen, sonst seien die Bilder nicht brauchbar. «Ich arbeite einfach gerne mit Kindern zusammen, und ich mag die Menschen», sagt die Fotografin. Nicht nur für die Menschen, auch für alles Alte und Nostalgische hat sie ein Herz. «Die Leidenschaft für den englischen Landhausstil ist über Jahre gewachsen», erklärt Studer. Oft bekomme sie alte Sachen geschenkt, die jemand irgendwo auf einem Estrich gefunden habe. «Mittlerweile wissen die Leute, was mir gefällt, und schenken mir Dinge, die ich für meine Bilder verwenden kann.» Studer ist keine Fotografin, die mit ihren Bildern provozieren oder aufrütteln will. «Ich möchte den Betrachtern ein Lächeln ins Gesicht zaubern», beschreibt sie selber ihre Mission. «Meine Fotos sollen die Leute glücklich machen.» Therese Krähenbühlwww.foto4you.biz>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch